Die Geschichte der Tarifverhandlungen am drittgrößten Uniklinikum Deutschlands geht weiter: Am Uniklinikum Gießen und Marburg stehen die Zeichen erneut auf Streik. Während die dritte Verhandlungsrunde für die nicht-ärztlichen Angestellten ansteht, kündigte die Gewerkschaft Verdi bereits an, dass es parallel zu den Gesprächen zu weiteren, wenn auch weniger umfassenden Warnstreiks kommen wird. Die Patienten am Uniklinikum mögen dennoch auf zusätzliche Beeinträchtigungen gefasst sein; Verschiebungen geplanter Eingriffe könnten eine der Folgen sein.
Über 7000 Beschäftigte des privatisierten Krankenhauses sind von den Verhandlungen betroffen, deren Ausgang eine bedeutende Gehaltsaufbesserung mit sich bringen könnte. Verdi tritt mit einer Forderung von elf Prozent mehr Lohn ins Feld, wobei das Minimum bei einer Lohnerhöhung um 600 Euro liegen soll. Vonseiten der Geschäftsführung des Klinikums wird der Ausstand als ungerechtfertigt angesehen. Stattdessen liegen Angebote auf dem Tisch, die eine Entgelterhöhung von mindestens 300 Euro pro Monat, eine zusätzliche Anhebung um einen sogenannten Sockelbetrag von 100 Euro zum kommenden Juni sowie eine weitere tarifliche Lohnsteigerung um 5,5 Prozent zum Januar 2025 vorsehen.
An den Standorten Gießen und Marburg, die jährlich etwa 436 000 Patienten in 80 Kliniken aufnehmen, könnte das Tauziehen um die Arbeitsbedingungen noch einige Zeit andauern. Die Angestellten verharren in Erwartung einer zufriedenstellenden Einigung, während die Geschäftsführung eine Balance zwischen Entgegenkommen und betriebswirtschaftlicher Vernunft finden muss.