28. August, 2026

Wirtschaft

Verdi verschärft Warnstreiks – Druck im Tarifstreit der Seehafenbetriebe steigt

Verdi verschärft Warnstreiks – Druck im Tarifstreit der Seehafenbetriebe steigt

Die Gewerkschaft Verdi verstärkt unmittelbar vor der vierten Verhandlungsrunde im Tarifstreit der Seehafenbetriebe die Maßnahmen: Am kommenden Mittwoch soll der Warnstreik der Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter ausgeweitet werden. Neben den Beschäftigten in Hamburg und Bremerhaven sollen nun auch die Arbeiter in Wilhelmshaven, Bremen und Emden die Arbeit niederlegen. Bereits seit Dienstagmorgen befinden sich zahlreiche Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter in Hamburg und Bremerhaven in einem zweitägigen Warnstreik. Rund 800 Beschäftigte beteiligten sich in Bremerhaven, während die genaue Teilnehmerzahl in Hamburg zunächst unklar blieb, jedoch ebenfalls von einer hohen Beteiligung auszugehen ist. Verdi rief die Beschäftigten in Hamburg dazu auf, den Warnstreik auch am Mittwoch fortzuführen oder erneut die Arbeit niederzulegen und erst nach Beendigung der Nachtschicht wiederaufzunehmen. Um 10.00 Uhr ist eine Kundgebung vor dem Sitz des Zentralverbands Deutscher Seehäfen (ZDS) geplant, gefolgt von einem Demonstrationszug zur Zentrale des Hafenlogistikers HHLA und einer Abschlusskundgebung am Gewerkschaftshaus. In Emden soll der Warnstreik am frühen Mittwoch beginnen und nach der zweiten Schicht gegen 22.00 Uhr enden. In Bremen wird die Arbeit während der ersten Schicht von 6.00 bis 14.00 Uhr niedergelegt, wohingegen Wilhelmshaven den ganzen Mittwoch bis zum Ende der ersten Schicht am Donnerstag, 14.00 Uhr, stillstehen soll. Verdi fordert für die Beschäftigten bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten unter anderem eine Erhöhung der Stundenlöhne um drei Euro rückwirkend zum 1. Juni sowie eine entsprechende Anpassung der Schichtzuschläge. Der ZDS bot zuletzt ab dem 1. Juni eine Lohnerhöhung um 2,9 Prozent, mindestens jedoch 80 Cent mehr pro Stunde, sowie eine Erhöhung der Schichtzuschläge um 33 Cent bis 3,50 Euro an. Der ZDS forderte die Gewerkschaft zur Mäßigung bei der Ausübung des Streikrechts auf und betonte, dass es angesichts der bisherigen konstruktiven Verhandlungsrunden und des vorgelegten fairen Angebots keine Veranlassung für Warnstreiks gebe, die die Zuverlässigkeit der deutschen Seehäfen beeinträchtigen. Die vierte Verhandlungsrunde ist für Donnerstag und Freitag in Bremen terminiert. Zur Eröffnung der Verhandlungen ist eine weitere Kundgebung geplant, so ein Sprecher der Gewerkschaft. Bereits Mitte Juni hatten Warnstreiks in mehreren norddeutschen Häfen stattgefunden, darunter Hamburg, Bremerhaven, Brake und Emden.