Das Konsumklima in den Vereinigten Staaten hat sich im Juli unerwartet verschlechtert. Der von der Universität Michigan erhobene Stimmungsindikator fiel im Vergleich zum Vormonat um 2,2 Punkte auf 66,0 Punkte, was den niedrigsten Stand seit November 2023 markiert. Eine erste Schätzung der Universität ergab diese Zahlen am Freitag. Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Anstieg auf 68,5 Punkte gerechnet.
Auch die Indexwerte zur Beurteilung der aktuellen und der künftigen finanziellen Lage sanken. Experten hatten auch in diesen Kategorien minimale Anstiege prognostiziert. Die Inflationserwartungen der Konsumenten für das kommende Jahr gingen von 3,0 Prozent im Juni auf 2,9 Prozent zurück, was den Erwartungen der Ökonomen entsprach. Langfristig erwarten die Verbraucher ebenfalls eine Teuerungsrate von 2,9 Prozent, obwohl Volkswirte hier ein unverändertes Niveau von 3,0 Prozent vorhergesagt hatten.
Die Federal Reserve achtet bei ihrer Geldpolitik besonders auf diese Inflationsprognosen und strebt eine Zielmarke von zwei Prozent an. "Obwohl erwartet wird, dass sich die Inflation abschwächt, empfinden viele Verbraucher weiterhin großen Frust über die anhaltend hohen Preise," kommentierte Joanne Hsu, die Leiterin der Umfrage. "Fast die Hälfte der Befragten äußerte spontan, dass hohe Preise ihren Lebensstandard beeinträchtigen."
Der Konsumklimaindex der Universität Michigan misst das Kaufverhalten der US-Verbraucher und beruht auf einer telefonischen Befragung von rund 500 Haushalten. Dabei werden sowohl die aktuelle finanzielle und wirtschaftliche Lage als auch die entsprechenden Erwartungen der Befragten abgefragt.