31. August, 2026

Technologie

US-Konzerne setzen dynamische Forschungsoffensive fort - Europa und Asien hinken hinterher

US-Konzerne setzen dynamische Forschungsoffensive fort - Europa und Asien hinken hinterher

In der globalisierten Welt von heute ist Forschung und Entwicklung (F&E) ein entscheidendes Puzzlestück im Wettrennen um technologische Vorherrschaft. Einer kürzlich veröffentlichten Analyse von EY nach zu urteilen, zeigen besonders amerikanische Unternehmen eine beherzte Investitionsfreude in diesem Sektor und distanzieren sich weiterhin von ihren europäischen und asiatischen Wettbewerbern. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2023 haben die 500 weltweit führenden Unternehmen hinsichtlich des F&E-Budgets insgesamt satte 990 Milliarden Euro in den Innovationsmotor investiert. Dies entspricht einer beachtlichen Steigerung von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit einem kollektiven Budget von 533 Milliarden Euro nehmen US-Unternehmen – die ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen – eine Spitzenposition ein. Ihnen folgen Firmen aus Japan und Deutschland mit 87 Milliarden Euro bzw. 75 Milliarden Euro. Dabei ist das Wachstum der europäischen Unternehmen mit einer Investitionssteigerung in Höhe von 7 Prozent auf 227 Milliarden Euro solide, wird jedoch von den Firmen aus dem asiatisch-pazifischen Raum mit einem Plus von 11 Prozent und Investments von 220 Milliarden Euro übertroffen.

Henrik Ahlers, der Vorsitzende von EY Deutschland, sieht die robusten Investitionen trotz wirtschaftlichem Gegenwind als Reaktion auf den intensiven Kampf um die technologische Spitze. Die Befürchtung liegt nahe, dass die USA ihre Vormachtstellung weiter ausbauen könnten, während Europa und Asien Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren. Angesichts dieser Entwicklung mahnt Ahlers die deutsche Wirtschaft, gerade in konjunkturell herausfordernden Zeiten nicht an Innovationsausgaben zu sparen, um die Wettbewerbsfähigkeit auf lange Sicht nicht zu untergraben.

Das F&E-Engagement amerikanischer Firmen spiegelt sich auch in der Zusammensetzung des untersuchten Unternehmenskreises wider. In den letzten Jahren erhöhte sich die Anzahl der US-Unternehmen unter den Top 500 von 140 im Jahr 2018 auf 169. Im Gegensatz dazu ist ein leichter Rückgang europäischer Unternehmen von 142 auf 139 zu verzeichnen, während asiatische Firmen mit einem Rückgang von 213 auf 180 einen deutlichen Schwund erlebten.

Von deutschen Unternehmen sind 31 in das Ranking eingegangen, darunter Volkswagen, das es sogar in die Top 10 geschafft hat. Volkswagen erhöhte sein Forschungsbudget um 10 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro. Allerdings ist nicht alles rosig in der deutschen Unternehmenslandschaft: Bayer, Merck und BASF haben ihre Forschungsausgaben teilweise erheblich reduziert – ein Beweis dafür, dass nicht alle bereit oder in der Lage sind, in schwierigen Zeiten zu investieren.