Die Teuerung in den Vereinigten Staaten hat sich im Juni merklich abgeschwächt und nährt Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen. Laut dem US-Arbeitsministerium stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,0 Prozent, nach 3,3 Prozent im Mai. Diese Entwicklung übertraf die Erwartungen von Analysten, die mit einer Reduktion auf 3,1 Prozent gerechnet hatten, und könnte die Entscheidungsträger zu neuen geldpolitischen Maßnahmen bewegen. In Frankreich zeichnet sich nach dem Wahlsieg des Linksbündnisses bei den Parlamentswahlen eine angespannte Haushaltslage ab. François Villeroy de Galhau, Frankreichs Notenbankchef, warnte vor einem Anstieg des Haushaltsdefizits, sollte das Bündnis an die Regierung kommen. Er betonte, dass ein weiteres Anwachsen der Verschuldung für Frankreich nicht tragbar sei. Erfreuliche Nachrichten kommen hingegen aus den USA: Die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist stärker gesunken als erwartet. Das Arbeitsministerium verzeichnete einen Rückgang um 17.000 Anträge auf insgesamt 222.000. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 235.000 Anträge gerechnet. Währenddessen sieht die Internationale Energieagentur (IEA) ein abgeschwächtes Wachstum der weltweiten Ölnachfrage im zweiten Quartal. Insbesondere die schwächelnde Wirtschaft in China dämpfe den globalen Verbrauch, der lediglich um 710.000 Barrel pro Tag zunahm - dem schwächsten Anstieg seit Ende 2022. Die britische Wirtschaft zeigt sich im Mai von einer dynamischen Seite. Laut dem statistischen Amt ONS wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, nach einer Stagnation im April. Dies übertraf die Erwartungen der Analysten, die lediglich mit einem Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet hatten. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck verspricht indessen Entlastungen für energieintensive Industriezweige. Bei einem Besuch der Glaswerke Ardagh Glas in Obernkirchen kündigte Habeck an, dass trotz bereits gesunkener Strompreise nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, weitere Senkungen nötig seien. Zusätzlich verteidigte Habeck das im Rahmen der Haushaltsverhandlungen geplante Wachstumspaket der Ampel-Koalition. Trotz Kritik werde es allgemein positiv aufgenommen. Insbesondere die umstrittenen Steuerrabatte für ausländische Fachkräfte seien nur eine von vielen Maßnahmen, so Habeck. Eine innovative Idee kommt vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Um die Kapitalmärkte in Europa zu beleben, sollten Kinder schon früh an die Börse herangeführt werden. Eine Erhöhung der Beteiligung privater Haushalte am Kapitalmarkt könne durch die Einführung von EU-finanzierten Anlagekonten für Kinder erreicht werden, so die Wirtschaftsweisen und deren Beraterkollegen aus Frankreich.
Wirtschaft
US-Inflation schwächt sich ab und Agieren der Notenbanken im Fokus