28. August, 2026

Wirtschaft

US-Großbanken unter Druck: Mixed Earnings und Herausforderungen durch Inflation

US-Großbanken unter Druck: Mixed Earnings und Herausforderungen durch Inflation

Trotz jüngster Anzeichen einer nachlassenden Inflation belasten wirtschaftliche Schwierigkeiten weiterhin die größten Banken der USA. Am Freitag legten sowohl JPMorgan Chase als auch Wells Fargo ihre Quartalsberichte vor, die auf einen Rückgang der Gesamteinlagen und gestiegene Zinssätze für Giro- und Sparkonten hinwiesen. Dies sind zwar positive Nachrichten für Kreditnehmer, jedoch weniger erfreulich für die Banken selbst.

Die Aktien von Wells Fargo erlebten noch vor Börsenöffnung einen deutlichen Rückgang, nachdem das Unternehmen einen Rückgang des Nettozinsergebnisses um 9 Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar bekannt gab. Der Bedarf an Unternehmenskrediten blieb laut CEO Charles W. Scharf 'verhalten'. Zwar verzeichnete die Bank einen Gewinn von 4,9 Milliarden Dollar, was einem leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr entspricht, jedoch stiegen die Einnahmen um 1 Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar.

Bei JPMorgan fiel das Ergebnis gemischt aus. Das größte Kreditinstitut der Nation verzeichnete einerseits einen Gewinn von 13,1 Milliarden Dollar, meldete jedoch gleichzeitig Verluste von über einer halben Milliarde Dollar durch den Abverkauf sinkender Hypothekeninvestitionen und anderer Anlagen. Die Gesamtbilanz wurde durch das Investment Banking und das Handelsgeschäft gestützt, ebenso wie durch einen einmaligen Gewinn aus dem Verkauf von Visa-Aktien.

Jamie Dimon, CEO von JPMorgan, äußerte sich besorgt über die geopolitische Lage und nannte sie 'die komplexeste und potenziell gefährlichste seit dem Zweiten Weltkrieg', deren Ausgang und Auswirkungen auf die Weltwirtschaft noch unklar seien.

Die Quartalszahlen der Banken werden üblicherweise genau beobachtet, um Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung zu erhalten. Große Kreditinstitute warnen seit mehreren Quartalen vor steigenden unbezahlten Kreditkartensalden und Risiken aus Investitionen in Gewerbeimmobilien.

Nach einer relativ ruhigen Phase sind die Bankaktien zuletzt stark gestiegen, in der Hoffnung, dass die Federal Reserve die Zinssätze senken wird und die anstehenden Regulierungen gelockert werden. Zwar verzeichnete Wells Fargo niedrigere Kontostände und mehr Kreditnehmer, die Schwierigkeiten haben, ihre Kredite zu bedienen – die uneinbringlichen Forderungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 70 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar – jedoch gingen die Kreditrückstellungen im Vergleich zum Vorjahr zurück. Scharf erklärte, dass die Leistung der Bankkredite 'im Einklang mit unseren Erwartungen' sei.