22. Juni, 2026

Wirtschaft

US-Arbeitsmarkt überrascht: Analysten revidieren Prognosen

US-Arbeitsmarkt überrascht: Analysten revidieren Prognosen

Die amerikanische Wirtschaft zeigt Stärke: Entgegen aller Erwartungen wurden im September beeindruckende 254.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Diese Zahl übertrifft die Schätzung vieler Experten, die lediglich von 150.000 neuen Stellen ausgegangen waren. Zudem wurden die Zahlen der vorherigen Monate um weitere 72.000 Stellen nach oben korrigiert, während die Arbeitslosenquote erfreulicherweise um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 4,1 Prozent sank.

Interessanterweise kehrt die Arbeitslosenquote damit weiter von ihrem Höchststand seit Oktober 2021 zurück. Auch die Lohnentwicklung schlägt Erwartungen: Mit einem Anstieg von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat überrascht sie positiv. Die August-Daten wurden ebenfalls auf 0,5 Prozent korrigiert. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne um 4,0 Prozent, was über den Prognosen von 3,8 Prozent liegt.

Diese Lohnsteigerungen beeinflussen die Inflation, die zuletzt im August auf 2,5 Prozent sank und sich damit dem Ziel der US-Notenbank nähert. Die robusten Arbeitsmarktdaten haben auch Auswirkungen auf die Geldpolitik der Fed: Analysten erwarten keine drastischen Zinssenkungen mehr, da eine weitere Verbesserung des Arbeitsmarktes ein Indiz gegen sinkende Zinsen darstellt.

Experten wie Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg und Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen sehen die ambitionierten Zinssenkungserwartungen zurückgedrängt. Ein entscheidendes Treffen der Fed ist für Anfang November geplant. Skeptische Stimmen wie die des britischen Analysehauses Pantheon Macroeconomics warnen jedoch vor möglichen Revisionen der aktuellen Zahlen aufgrund geringer Unternehmensbeteiligung.

Der US-Dollar zeigt sich angesichts dieser Entwicklungen am Devisenmarkt stark und legte dort ebenso wie die Renditen für US-Staatspapiere deutlich zu, während der Euro im Gegenzug Verluste hinnehmen musste.