01. September, 2026

Wirtschaft

Untersuchung gegen Tengelmann-Chef wegen uneidlicher Falschaussage

Untersuchung gegen Tengelmann-Chef wegen uneidlicher Falschaussage

Die Führungsspitze der Tengelmann-Gruppe sieht sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, nachdem der Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer bestätigte, dass gegen Christian Haub, den aktuellen Vorstandsvorsitzenden der Gruppe, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde. Der Vorwurf lautet auf falsche Versicherung an Eides statt im Zusammenhang mit dem bis heute mysteriösen Verschwinden seines Bruders Karl-Erivan Haub, der bis zu seinem Verschwinden das Unternehmen leitete. Im Zentrum des Verfahrens steht eine im Mai 2021 abgegebene Versicherung, die laut Staatsanwaltschaft möglicherweise teilweise unwahr ist. Ein Anzeigender behauptet, Christian Haub hätte widerlegbare Hinweise auf ein Überleben seines Bruders ignoriert.

Obgleich die Ermittlungen andauern, wird die Unschuldsvermutung für den Beschuldigten betont. Die Staatsanwaltschaft sieht gegenwärtig keinen Grund, die Aufhebung der Todeserklärung von Karl-Erivan Haub zu fordern. Eine derartige Maßnahme erfordere den Nachweis, dass der für tot erklärte tatsächlich die Todeserklärung überlebt habe.

Mark Binz, der Rechtsvertreter Christian Haubs, verweist auf die Unhaltbarkeit der Anschuldigungen und betont, dass die Staatsanwaltschaft zuvor selbst eine Einleitung von Ermittlungen ausschloss. Das tragische Verschwinden des früheren Chefs und erfahrenen Skiläufers Karl-Erivan Haub im Jahr 2018 während einer Skitour in der Region Zermatt führte zu Spekulationen und Medienberichten über sein tatsächliches Schicksal. Nach dem Ableben von Karl-Erivan Haub trat sein Bruder an die Spitze des Handelskonzerns, zu welchem renommierte Marken wie Kik und Obi zählen.