Am Luftfahrtstandort Hamburg türmen sich die Herausforderungen. Nach Ryanairs Ankündigung, seine Flüge stark zu reduzieren, plant nun auch Eurowings, sein Angebot dramatisch einzuschränken. Die Lufthansa-Tochter wird über 1.000 Flüge streichen und unter anderem die Linie Hamburg-Köln/Bonn aus dem Sommerflugplan 2025 nehmen. Ein Schritt, der laut Eurowings-Chef Jens Bischof die Erreichbarkeit der Hansestadt erheblich beeinträchtigen wird. Der Grund für die Kürzungen sind hohe operative Kosten, wie die Fluggesellschaften betonen. Besonders scharf kritisiert Bischof die geplante Erhöhung der Flughafenentgelte, die seiner Meinung nach vermeidbar gewesen wären. „Die Pläne des Flughafens lassen uns keine Wahl“, so Bischof weiter. Auch Ryanair beklagt die Rentabilität am Hamburger Airport und zieht Konsequenzen: Sechs Ziele werden 2025 aus dem Flugplan gestrichen. Die Hamburger CDU-Fraktion zeigt sich besorgt über die Entwicklungen und übt scharfe Kritik am rot-grünen Senat. Sie fordert Bürgermeister Peter Tschentscher auf, sich stärker für den Standort einzusetzen, um ein Abgleiten des Flughafens in die Bedeutungslosigkeit zu verhindern. Auch die FDP sieht durch die massiven Streichungen die Attraktivität der Metropole Hamburg gefährdet. Der Hamburger Flughafen wehrt sich gegen die Vorwürfe und verteidigt die geplanten Erhöhungen der Entgelte. Diese würden einen Anreiz für umweltfreundlichere Flugpraktiken setzen, erklärt Flughafenchef Christian Kunsch. Trotz des Gegenwinds bleibt der Betreiber optimistisch und verweist auf gestiegene Energie- und Personalkosten als Begründung für die Anpassungen. Ziel ist es, neben Kostendeckung auch umweltpolitische Impulse zu setzen. Die Entscheidung von Ryanair, die Verbindung nach Porto, Málaga, Valencia, Mailand, Edinburgh und Zadar zu kappen, verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen der Hamburger Flughafen steht. Ryanairs Entscheidung betrifft zwar nur einen kleinen Teil der Kapazität, zeigt aber eine besorgniserregende Tendenz.
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Turbulenzen über Hamburg: Airlines streichen Flüge, Flughafen in der Kritik