Inmitten des Wahlkampffiebers hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump erneut für Aufsehen gesorgt, indem er sein gespanntes Verhältnis zu Deutschland thematisierte. Bei einem Auftritt in Lititz, Pennsylvania, machte der republikanische Präsidentschaftskandidat keinen Hehl aus den Differenzen, die seine Präsidentschaft mit dem Land prägten. Mit einem Augenzwinkern bemerkte Trump, dass die Deutschen seinem Vorgänger Barack Obama wohlgesonnener gewesen seien als ihm selbst. Seiner Meinung nach hätten sie 'unser Mittagessen gegessen', ein Verweis darauf, dass Deutschland sich auf Kosten der USA behauptet habe.
Im Hinblick auf die Beziehung zur damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel sparte Trump ebenfalls nicht mit Kritik. Er schilderte seine Haltung, dass Deutschland seine Verpflichtungen zur Nato-Finanzierung vernachlässigt habe. Zielstrebig und mit einem charakteristischen Einschlag imitiert, berichtete er, Merkel hätte ihm zugesichert, dass Deutschland bis 2035 zahlen werde. Dabei ließ Trump keineswegs aus, die Näherung seiner Ahnen zu Deutschland zu erwähnen—Kallstadt in Rheinland-Pfalz als Geburtsort seiner Vorfahren sprach er offen an. Dies alles verleiht der ohnehin komplexen Beziehung zwischen Trump und Deutschland eine zusätzliche persönliche Note.
Trotz dieser offenen Worte hinterlässt der ehemalige Präsident einen nachdenklich stimmenden Unterton; ein Versprechen oder eine Drohung, je nachdem, von welchem Standpunkt man es betrachtet. Fest steht: Sollte Trump die Wahl im kommenden November für sich entscheiden, könnte die transatlantische Beziehung erneut auf die Probe gestellt werden.