31. August, 2026

Wirtschaft

Thames Water stockt Investitionen gegen Wasserkrisen auf

Thames Water stockt Investitionen gegen Wasserkrisen auf

Angesichts einer drohenden Finanzkrise hat Thames Water, Großbritanniens in Bedrängnis geratener Versorger, eine Erhöhung seiner Netzwerkinvestitionen um zusätzliche 1,1 Milliarden Pfund auf insgesamt 19,8 Milliarden Pfund verkündet. Das Unternehmen, welches für die Wasserversorgung von 16 Millionen Menschen – etwa ein Viertel der Bevölkerung Englands und Wales – zuständig ist, steuert gegen hohe Verschuldung und die Abneigung der Anteilseigner, weiteres Kapital zu investieren. Die Erhöhung soll es Thames Water ermöglichen, mehr Umweltprojekte umzusetzen und dabei die bereits im Oktober vorgeschlagene, inflationsbedingte 40-prozentige Erhöhung der Kundenrechnungen nicht weiter zu steigern. Die endgültige Zustimmung für den planmäßigen Anstieg auf 56 Prozent inklusive Inflation steht allerdings noch aus, da die zuständige Regulierungsbehörde Ofwat ihre Entscheidung erst im Juni vorläufig und am Jahresende endgültig bekanntgeben wird. Zusätzlich zu dem genannten Investitionsvolumen plant das Unternehmen eine weitere Investition von £1,9 Milliarden. Die Realisierung dieser zusätzlichen Ausgaben ist jedoch noch ungewiss und wäre abhängig von der Zustimmung durch Ofwat und der Fähigkeit des Unternehmens, Lieferketten für die Umsetzung zu sichern. Diese potenzielle Mehrbelastung würde die Rechnungen der Kunden um weitere 44 Prozent vor Inflation erhöhen – konkret um etwa £19 jährlich pro Kunde. Bis 2030 könnten sich so die durchschnittlichen Jahreskosten auf circa £627 vor Inflation belaufen, was separat von der fünfjährigen Regulierungsvereinbarung bestünde. Die bereits vorgeschlagene Rechnungserhöhung dient als Eckpfeiler für eine dringend benötigte Eigenkapitalspritze von £3 Milliarden zur Sicherung des Geschäftsbetriebs und zur Umsetzung von Verbesserungen bis 2030. Laut Thames Water ist die Liquidität des Unternehmens bis Ende Juli 2025 gesichert. Dennoch sieht es sich auch einer wachsenden öffentlichen Kritik angesichts zunehmender Abwasserbelastungen gegenüber. Die Anteilseigner, darunter die Pensionsfonds USS und Omers sowie die Staatsfonds von Abu Dhabi und China, lehnen weitere Eigenkapitalzuführungen ab, da sie die Regeln von Ofwat für zu restriktiv halten. Forderungen der Gesellschafter nach Nachsicht bei Dividendenregelungen und Regulierungsstrafen gingen einher mit dem Wunsch nach erhöhten Kundenrechnungen. Im Falle eines Rückzugs der Anteilseigner könnte Thames Water unter eine staatliche Sonderverwaltung gestellt werden – eine Art vorübergehende Verstaatlichung. Neben anderen Herausforderungen kämpft Thames Water mit den Auswirkungen hoher Inflation auf Arbeits-, Energie- und Materialkosten, was die Durchführung bestehender Projekte zunehmend verteuert. Auch andere Firmen haben ihre Geschäftspläne nach Gesprächen mit Ofwat revidiert. So erhöhte Southern Water seine Ausgabenprognose um 8,5 Prozent vor Inflation und rechnet nunmehr mit einem durchschnittlichen Anstieg der Kundenrechnungen um 74 Prozent – die höchste Steigerung im Vereinigten Königreich. Ofwat selbst wies darauf hin, dass in den letzten Monaten weitere Informationen veröffentlicht wurde, welche die gesetzlichen Verpflichtungen der Unternehmen klären und von diesen verlangen, ihre vorgelegten Pläne zu überprüfen und ihre Ausgabenprognosen entsprechend anzupassen.