29. August, 2026

Wirtschaft

Tarifverhandlungen in der Gebäudereinigung beginnen unter schwierigen Vorzeichen

Tarifverhandlungen in der Gebäudereinigung beginnen unter schwierigen Vorzeichen

Der Startschuss für die Tarifverhandlungen im Gebäudereiniger-Handwerk, das rund 700.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt, fiel am Dienstag in Frankfurt. Beide Parteien, Gewerkschaften und Arbeitgeber, präsentieren sich dabei mit unterschiedlichen Vorstellungen, wobei die Differenzen deutlich zutage treten.

Die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert eine pauschale Erhöhung von drei Euro pro Stunde. Dies soll insbesondere den unteren Lohngruppen zugutekommen, die durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten stark belastet sind. Laut Angaben der IG BAU verdienen etwa 500.000 der Beschäftigten in der Branche, überwiegend Frauen, nur den Branchenmindestlohn von 13,50 Euro pro Stunde. Eine erfolgreiche Durchsetzung der Gewerkschaftsforderung würde eine Steigerung von 22,2 Prozent auf 16,50 Euro pro Stunde in dieser Lohngruppe bedeuten.

Die Arbeitgeberseite reagierte auf die Forderungen mit heftiger Kritik. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) bezeichnete die Tarifforderung als "abenteuerlich". Christian Kloevekorn, Vorsitzender der BIV-Tarifkommission, betonte, dass sich die Inflation zunehmend normalisiere und die wirtschaftlichen Gesamtaussichten sowie die Stimmung in der Branche verhalten seien. Er forderte die Gewerkschaft auf, den "Abstand zwischen Wunsch und Wirklichkeit" realistisch zu halten.