29. August, 2026

Wirtschaft

Streit um Mercedes-Benz: Widerstand gegen geplanten Verkauf der Autohäuser

Streit um Mercedes-Benz: Widerstand gegen geplanten Verkauf der Autohäuser

Der geplante Verkauf der unternehmenseigenen Autohäuser durch Mercedes-Benz stößt auf heftigen Widerstand. Sowohl der Gesamtbetriebsrat als auch die IG Metall kündigten am Mittwoch in Stuttgart einen bundesweiten Aktionstag an. Geplant sind Kundgebungen am kommenden Dienstag in insgesamt sechs Standorten: Stuttgart-Untertürkheim, Sindelfingen, Rastatt, Bremen, Düsseldorf und Berlin. Die Aktion wird unter dem Motto 'Wir halten zusammen - am 2. Juli und jeden Tag' stehen.

In den von Mercedes-Benz betriebenen Niederlassungen sind nach bisherigen Angaben rund 8000 Mitarbeiter in etwa 80 Betrieben beschäftigt. Der Konzern hatte im März bekannt gegeben, die Autohäuser verkaufen zu wollen und unterstrich, dass jede Niederlassung individuell geprüft würde. Bisher sei jedoch noch kein Autohaus verkauft worden, so ein Sprecher.

Für die Auswahl der Käufer legt Mercedes-Benz strikte Kriterien fest. Zu den erforderlichen Qualifikationen gehören Handelsexpertise, unternehmerische Kompetenz, wirtschaftliche Stärke, Investitionsbereitschaft sowie eine positive Haltung gegenüber Arbeitnehmervertretungen. Reine Finanzinvestoren als Käufer kommen nicht infrage. Zudem soll es keine Kündigungen geben; das Ziel sei der Erhalt der Arbeitsplätze in Deutschland.

Ergun Lümali, der Gesamtbetriebsratschef, äußerte nach Bekanntwerden der Verkaufspläne scharfe Kritik und kündigte entschiedenen Widerstand an. Er bezeichnete die Maßnahmen als 'Schlag ins Gesicht' der Belegschaft und erklärte sie als weder akzeptabel noch nachvollziehbar. Bereits im Frühjahr kam es an mehreren Standorten zu Betriebsversammlungen.