01. September, 2026

Wirtschaft

Streik im Zuliefererpark lähmt Ford-Produktion in Saarlouis

Streik im Zuliefererpark lähmt Ford-Produktion in Saarlouis

In einem weiteren Kapitel des Arbeitskampfes haben Belegschaften mehrerer Zulieferbetriebe am Standort Saarlouis ihre Streikmaßnahmen ausgedehnt, um ihre Forderungen durchzusetzen. Seit dem Streikaufruf am vergangenen Freitag durch die IG Metall legten rund 500 Arbeitnehmer ihre Tätigkeit nieder. Eine Reaktion der betroffenen Unternehmen blieb bislang jedoch aus, erklärte Ralf Cavelius, der für die Verhandlungen zuständige IG Metall-Vertreter.

Die Auswirkungen des Streiks treffen unterdessen auch das Ford-Werk in Saarlouis hart. Eine Unternehmenssprecherin aus Köln bestätigte, dass durch die fehlenden Zulieferungen die Produktion derzeit zum Erliegen gekommen sei – so bereits geschehen am vergangenen Freitag, als die Fertigungsstraßen stillstanden. Unter normalen Umständen laufen dort wöchentlich rund 300 Ford Focus in der Frühschicht und weitere 300 in der Spätschicht vom Band. Betroffen sind nun etwa 600 Fahrzeuge täglich.

Die Gewerkschaft IG Metall fordert für die Mitarbeiter der Zulieferbetriebe einen Sozialtarifvertrag, der unter anderem Abfindungen und die Einrichtung von Transfergesellschaften umfasst. Der Hintergrund sind die von Ford beschlossenen Pläne, die Produktion in Saarlouis bis November 2025 zu beenden. Eine Demonstration auf der Straße zum Zuliefererpark ist für den Nachmittag angesetzt.

Für das Ford-Werk selbst wurde bereits ein Sozialtarifvertrag ausgehandelt, welcher die Weiterbeschäftigung von 1000 der insgesamt 3750 Mitarbeiter bis Ende 2032, umfassende Abfindungen, Prämien, eine Transfergesellschaft sowie Qualifizierungsprogramme sichert und zudem das geplante Produktionsende des Modells Ford Focus um ein halbes Jahr nach hinten verschiebt.