Die globale Verschuldung schlägt in diesem Jahr erstmals die beeindruckende Marke von 100 Billionen Dollar, was Bedenken hinsichtlich der langfristigen fiskalischen Stabilität aufkommen lässt. Laut dem aktuellen Fiscal Monitor des Internationalen Währungsfonds (IWF) entstehen diese Schulden durch ein Zusammenspiel aus politischem Willen zu höheren Ausgaben und einem langsamen Wirtschaftswachstum, das die Verschuldungsbedarfe weiter nach oben treibt. Bis Ende 2024 ist zu erwarten, dass die öffentliche Verschuldung 93 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts erreichen wird, und bis 2030 könnte sie gar die beunruhigende Grenze von 100 Prozent überschreiten. Ein solcher Anstieg der Schuldenquote würde den bisherigen Höchststand von 99 Prozent während der COVID-19-Pandemie übertreffen und liegt dabei 10 Prozentpunkte über dem Niveau vor der Pandemie. Der IWF verweist auf den wachsenden Druck durch nötige Investitionen für grüne Transformationen, demografische Herausforderungen, Sicherheitsfragen sowie langjährige Entwicklungsproblematiken als Faktoren, die höhere zukünftige Schuldenstände wahrscheinlich machen könnten. Die Brisanz der Situation wird durch die anstehenden US-Präsidentschaftswahlen unterstrichen, bei denen beide Kandidaten steuerliche Entlastungen und umfassende Ausgabenversprechen gemacht haben, die die bundesstaatlichen Defizite erheblich vertiefen könnten. Insbesondere die Vorschläge des republikanischen Kandidaten Donald Trump drohen, eine zusätzliche Verschuldung von 7,5 Billionen Dollar über die nächsten zehn Jahre zu verursachen. Der IWF warnt eindringlich, dass aktuelle Schuldenprognosen oftmals die tatsächlichen Ergebnisse unterschätzen. Zudem könnte eine schwache Wirtschaftsentwicklung, gekoppelt mit engen finanziellen Bedingungen und steigender Unsicherheit in entscheidenden Volkswirtschaften wie den USA und China, die Verschuldung weiter in die Höhe treiben. Um den Schuldenbedenken entgegenzuwirken, rät der IWF zu konsequenter fiskalischer Konsolidierung bei anhaltend solidem Wachstum und niedriger Arbeitslosigkeit. Eine erhebliche Haushaltsstraffung sei jedoch notwendig, um die Schulden zu stabilisieren – insbesondere in Ländern, in denen die Verschuldungsquote weiterwächst. Hingegen wären Einschnitte bei öffentlichen Investitionen oder sozialen Ausgaben kontraproduktiv, da diese das Wirtschaftswachstum stärker hemmen könnten als andere Maßnahmen wie etwa die gezielte Besteuerung von Kapitalgewinnen.
Wirtschaft
Steigende weltweite Schuldenberge: Eine unumgängliche Herausforderung