28. August, 2026

Wirtschaft

Singapur genehmigt Insekten als Lebensmittel

Singapur genehmigt Insekten als Lebensmittel

Singapur hat einen bemerkenswerten Schritt in der Lebensmittelregulierung vollzogen und offiziell 16 verschiedene Insektenarten als verzehrbare Lebensmittel zugelassen, darunter Heuschrecken, Grillen und Seidenraupen. Diese Entscheidung ermöglicht es, die Insekten sowohl für den menschlichen Verzehr als auch als Futtermittel für Nutztiere zu verwenden. Die Singapore Food Agency (SFA) unterstrich die Bedeutung dieser neuen Richtlinie in einem Rundschreiben und bezeichnete die Insektenindustrie als eine Branche, die sich noch im Entstehen befindet und einer sorgfältigen Regulierung bedarf. Die Behörde begann bereits 2022, Konsultationen zur Erstellung von Richtlinien für Unternehmen durchzuführen, die Insekten importieren, züchten oder verarbeiten möchten. Ein zentrales Anliegen dabei ist, sicherzustellen, dass keine Schadstoffe zum Einsatz kommen und die Zucht ausschließlich in regulierten Betrieben stattfindet. Insekten aus freier Wildbahn sind nicht erlaubt, um die Sicherheit und Qualität zu gewährleisten. Mangels internationaler Standards orientierte sich die SFA an Regelungen aus anderen Ländern und Regionen, die bereits bestimmte Insekten für den Verzehr zugelassen haben. Hierzu zählen die Europäische Union, Thailand, Südkorea und Australien. In Thailand sind Insekten wie Bambuswürmer, Skorpione und Käfer ein fester Bestandteil des täglichen Lebens. Die EU hat bisher Mehlkäfer im Larvenstadium, Wanderheuschrecken, Hausgrillen und Getreideschimmelkäfer zugelassen, die überwiegend in Pulverform verwendet werden. Auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) unterstützt die Nutzung von Insekten als Nahrungsmittel für Menschen und Tiere. Die UN-Behörde hebt die Vorteile essbarer Insekten hervor, die hochwertige Proteine, Vitamine und Aminosäuren liefern. Grillen benötigen beispielsweise sechsmal weniger Futter als Rinder, viermal weniger als Schafe und halb so viel wie Schweine und Masthühner, um die gleiche Menge an Protein zu produzieren.