03. September, 2026

Wirtschaft

Sanierungsverfahren der Signa Holding GmbH bringt Unsicherheit für Galeria Karstadt Kaufhof

Sanierungsverfahren der Signa Holding GmbH bringt Unsicherheit für Galeria Karstadt Kaufhof

Die Insolvenzanmeldung der Signa Holding GmbH, des österreichischen Immobilien- und Handelsunternehmers René Benko, hat Auswirkungen auf den Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof. Die Unternehmensvertreter von Galeria äußerten sich zunächst zurückhaltend zu der Situation und betonten, dass es derzeit keine unmittelbaren negativen Auswirkungen auf Galeria gebe. Sie würden den Ausgang des geordneten Verfahrens abwarten. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Galeria, Jürgen Ettl, wollte sich vorerst nicht äußern.

Die Gewerkschaft Verdi nimmt die Führung von Galeria in die Pflicht und fordert, dass das Management auf eine mögliche finanzielle Unterstützung seitens der Signa GmbH vorbereitet sein sollte. Die ständigen Hiobsbotschaften bei Signa sorgen bei den Galeria-Beschäftigten für Unruhe, da sie Jobsicherheit und eine planbare Perspektive wollen, so Corinna Groß, Bundesfachgruppenleiterin Einzelhandel bei Verdi.

Die Signa Holding GmbH kündigte ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung an und beantragte dieses beim Handelsgericht Wien. Die Holding ist Teil einer komplexen Firmengruppe mit mehreren Hundert Einzelfirmen, zu der auch Galeria Karstadt Kaufhof gehört. Der Warenhauskonzern musste Ende 2022 bereits zum zweiten Mal Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen. Im März 2023 stimmte die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan zu und ermöglichte damit die Sanierung. Die Signa GmbH hatte zugesagt, 200 Millionen Euro bereitzustellen, die in mehreren Tranchen bis 2025 fließen sollten, wobei die ersten 50 Millionen im Februar zur Verfügung gestellt wurden.

Johannes Berentzen, Chef der Handelsberatung BBE, rechnet mit drastischen Folgen für den Konzern. Er ist der Meinung, dass der Sanierungsplan auf der Ertragsseite nicht aufgehen kann, da Investitionen ausbleiben. Galeria habe zwar eine Chance, aber in der jetzigen Form keine Zukunft. Es bräuchte einen Investor mit Handelskompetenz, der das gesamte Netz übernimmt, das Konzept deutlich verändert und viel Geld in die Modernisierung der Flächen investiert, so Berentzen.

Der rechtskräftige Sanierungsplan sah vor, rund ein Drittel der 129 Filialen von Galeria zu schließen. Ein Teil der Standorte wurde bereits in diesem Jahr geschlossen, weitere 20 sollen im Januar 2024 ihre Türen schließen. Betroffen sind unter anderem Filialen in Berlin, Bielefeld, Darmstadt, Heidelberg, Stuttgart und Wuppertal. Am Ende sollen noch 92 Filialen übrigbleiben.

Auch der Shoppingcenter-Betreiber ECE macht sich Sorgen um Galeria. Alexander Otto, der Chef von ECE, ist der Meinung, dass es auch von der Unterstützung des Eigentümers abhängt, ob es Galeria gelingt, sich wieder auf die Beine zu stellen. Mit der Signa-Insolvenz beschäftigt sich auch die Bundesregierung und prüft mögliche Auswirkungen auf Galeria. Das Unternehmen hatte in den Jahren 2021 und 2022 staatliche Unterstützung in Höhe von insgesamt 680 Millionen Euro erhalten.