Trotz wirtschaftlicher Unwägbarkeiten und einer spürbaren Konsumzurückhaltung in unterschiedlichen Branchen, zeigen sich deutsche Tierfreunde großzügig im Umgang mit ihren Schützlingen. Die deutsche Heimtierbranche verzeichnete im letzten Jahr eine beachtliche Umsatzsteigerung von über 9 Prozent und übertraf damit erstmals die 7 Milliarden Euro Marke. Diese erfreuliche Entwicklung bestätigten der Industrieverband Heimtierbedarf sowie der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe.
Nach Angaben der Branchenvertreter war insbesondere der Fachhandel Ziel für die Ausgaben freudiger Tierbesitzer, die trotz steigender Inflation nicht auf hochwertige Nahrung und Pflegeprodukte für ihre Haustiere verzichteten. Die unaufhaltsame Nachfrage nach Premiumprodukten spiegelte sich vor allem im Bereich des Futters wider, wo beinahe durchgehend Zuwächse zu verbuchen waren.
Besonders betonte Georg Müller, Vorsitzender des IVH, dass der Futtersektor mitunter durch eine gestiegene Nachfrage beeindruckende Erfolge erzielte. Ein Spitzenreiter in diesem Segment war das Katzenfutter, wo der stationäre Handel einen Zuwachs von 14,4 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro verzeichnete. Gefolgt von einem deutlichen Plus sowohl bei feuchtem Futter als auch bei Snacks für Hunde und Katzen.
Ein differenzierter Blick zeigt allerdings, dass Verbraucher ihre Ausgaben in anderen Segmenten, wie Zubehör und Bedarfsartikeln für verschiedene Tierbereiche, tendenziell eingeschränkt haben. Laut Industrieverbänden führte dies zu aufgeschobenen Anschaffungen etwa in der Aquaristik oder im Hundezubehör.
Das Umsatzplus ist jedoch auch ein Spiegelbild inflationärer Preisanstiege, welche die Unternehmen im Bereich Energie, Rohstoffe, Verpackungen und Transport zu tragen hatten. Der Großteil der Heimtiermarkt-Erlöse wird im stationären Fachhandel sowie im Lebensmitteleinzelhandel generiert, der rund 80 Prozent der Umsätze auf sich vereint.
Der Branchenreport spiegelt dieser Tage auch die florierende Vielfalt der Haustierlandschaft in Deutschland wider. Mit über 34 Millionen Heimtieren in 45 Prozent der deutschen Haushalte, sind Katzen mit 15,7 Millionen Exemplaren die unangefochtenen Lieblinge, dicht gefolgt von 10,5 Millionen Hunden. Auf dem dritten Rang tummeln sich ganze 4,6 Millionen Kleintiere, darunter Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Mäuse.