26. September, 2026

Reichtum

Riester-Nachfolger enthüllt: Warum DWS, Deka und Union Investment jetzt doch teuer werden

Die großen Fondsgesellschaften zeigen ihre Pläne für die neue staatliche Altersvorsorge. Doch die Gebührenmodelle fallen überraschend hoch aus – und das trotz staatlicher Förderung.

Riester-Nachfolger enthüllt: Warum DWS, Deka und Union Investment jetzt doch teuer werden
DWS, Deka und Union Investment prägen mit ihren Gebührenmodellen die neue staatliche Altersvorsorge – doch Sparern bleibt nur die Hoffnung auf Wettbewerb.

Die Fondsgesellschaften treten aus dem Schatten

Mit der Einführung des neuen Altersvorsorgedepots sollte eigentlich ein Paradigmenwechsel in der deutschen Alterssicherung einleiten. Die Bundesregierung versprach eine kostengünstige Alternative zu Riester, die Millionen von Sparern endlich mit niedrigen Gebühren in breit gestreute Aktienfonds lockt. Doch nun zeigen drei der größten Fondsgesellschaften ihre Karten: DWS, Deka und Union Investment haben ihre Pläne der F.A.S. exklusiv offenbart – mit überraschenden Ergebnissen bei der Kostenstruktur.

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Die Deutsche Börse-Tochter DWS, die Deka (Sparkassen-Holding) und Union Investment (Genossenschaftsbank-Tochter) dominieren zusammen einen großen Teil des deutschen Fondsmarktes. Ihre Strategie für das neue Depot ist daher nicht nur für einzelne Sparer relevant, sondern wird den gesamten Markt prägen. Die nun bekannt gewordenen Details offenbaren jedoch eine Diskrepanz zwischen dem politischen Anspruch und der wirtschaftlichen Realität der Anbieter.

Gebührenmodelle: Nicht so günstig wie erhofft

Die zentrale Enttäuschung liegt in den Kostenstrukturen. Während die Politik sich ein "Riester 2.0" mit deutlich niedrigeren Gebühren vorgestellt hatte, zeigen die Pläne der drei Gesellschaften differenzierte, aber keineswegs besonders sparsame Modelle. DWS plant offenbar ein System mit Verwaltungsgebühren im mittleren einstelligen Bereich kombiniert mit gestaffelten Fondsmanagement-Gebühren. Deka zielt auf ähnliche Größenordnungen, während Union Investment mit vergleichbaren Sätzen arbeitet.

Zum Vergleich: Bei klassischen Riester-Produkten zahlten Sparer oft zwischen 1,5 und 3 Prozent Jahresgebühren. Die neuen Depots sollten laut politischem Werben deutlich günstiger sein – ideologisch nahe an dem Vorbild Schweden, wo staatliche Rentenfonds mit unter 0,2 Prozent Gebühren arbeiten. Die nun offenbarten Pläne fallen nicht wesentlich darunter aus. Besonders die Verwaltungskomponenten zeigen, dass die Fondsgesellschaften ihre Gewinnmargen schützen wollen, obwohl sie staatliche Förderung in Anspruch nehmen.

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Marktmacht und politische Duldung

Ein Grund für die höheren Gebühren liegt in der Marktstruktur selbst. DWS, Deka und Union Investment sind nicht kleine FinTech-Startups, die mit Minimalkosten arbeiten. Sie sind etablierte Schwergewichte mit Filialnetzwerk, Kundenberatung und komplexen Organisationen. Dennoch wirft die Gebührenstruktur Fragen auf: Warum sollte ein staatlich gefördertes Produkt teurer sein als kostengünstige ETF-basierte Lösungen, die am privaten Markt längst für unter 0,5 Prozent Jahresgebühren erhältlich sind?

Die politische Antwort fällt schwach aus. Bundesfinanzministerium und Arbeitsministerium haben diese Pläne offenbar geduldet oder sogar mitgestaltet. Das lässt vermuten, dass Lobby-Einfluss der etablierten Finanzbranche wieder einmal die Reform verwässert hat. Die Fondsgesellschaften hatten Mitsprache bei der Ausgestaltung des neuen Depots – und das Ergebnis zeigt sich in den jetzt bekannt gewordenen Gebührenmodellen.

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Was Sparer jetzt wissen müssen

Für Millionen von Arbeitnehmern und Selbstständigen, die zur Ansammlung von Altersvorsorge angehalten werden, bedeutet dies Folgendes: Das neue Altersvorsorgedepot wird zwar staatlich subventioniert und steuerlich begünstigt, aber nicht zwangsläufig günstiger als private Lösungen. Ein Arbeitnehmer, der jährlich 4 Prozent seines Bruttoeinkommens einzahlt, wird bei einer Depotgröße von 100.000 Euro jährlich zwischen 500 und 1.500 Euro Gebühren zahlen – je nachdem, welche der Gesellschaften er wählt und wie das Depot angelegt ist.

Die Konkurrenz wird wichtig. Schon jetzt wird deutlich, dass nicht nur DWS, Deka und Union Investment Pläne für das neue Depot schmieden. Auch andere Fondsgesellschaften, Banken und möglicherweise internationale Anbieter werden in den Markt drängen. Nur durch Wettbewerb sinken die Gebühren. Die exklusiven Pläne der drei Großen sind daher nicht das Ende der Geschichte, sondern der Anfang eines intensiven Verdrängungskampfes um Millionen neuer Kunden.