25. Juni, 2026

Wirtschaft

Revolution in der Studienfinanzierung: Experte fordert drastische Reformen

Revolution in der Studienfinanzierung: Experte fordert drastische Reformen

Der renommierte Ökonom und ehemalige Regierungsberater Tim Leunig hat einen umfassenden Reformplan zur Überarbeitung des englischen Studienfinanzierungssystems vorgelegt. In einem kürzlich veröffentlichten Papier für das Thinktank Higher Education Policy Institute (Hepi) schlägt er vor, die im letzten Jahr eingeführte "absurde" 40-jährige Rückzahlungsfrist für Studienkredite auf 20 Jahre zu verkürzen.

Leunig, der als Gastprofessor an der London School of Economics (LSE) tätig ist, argumentiert, dass alle Absolventen unabhängig von ihrem Einkommen wöchentlich mindestens 10 Pfund zurückzahlen sollten, um die finanzielle Stabilität des Systems zu gewährleisten. Die eingefrorenen Studiengebühren und der Rückgang internationaler Studierender sind laut Universitätsleitung immer größere Probleme.

Seit der Erhöhung der Studiengebühren auf 9.000 Pfund im Jahr 2012 wurde der Betrag zuletzt 2017 auf 9.250 Pfund angehoben, wodurch finanzielle Engpässe entstanden sind. Universities UK (UUK) hat bereits vorgeschlagen, die Studiengebühren zu erhöhen und mehr staatliche Mittel zu investieren, um das Haushaltsdefizit der Universitäten auszugleichen.

Leunigs Reformplan umfasst ferner eine 1-prozentige Zusatzabgabe durch Arbeitgeber bei der Einstellung von Absolventen sowie neue Unterhaltszuschüsse in Höhe von rund 11.000 Pfund für Studierende aus einkommensschwachen Haushalten. Zudem fordert er eine Erhöhung der staatlichen Universitätsfinanzierung um 2.000 Pfund pro Studierendem, finanziert durch direkte Regierungsmittel.

"Dies ist das einzige Reformpaket ohne zusätzliche Kosten – es bietet ein ordentliches Unterhaltsgeld für Studierende, kürzere Rückzahlungsfristen für Absolventen und mehr Mittel für Universitäten", so Leunig. "Die neue Regierung sollte es einfach umsetzen."

Professor Eric Neumayer, Vizepräsident und stellvertretender Kanzler an der LSE, lobte Leunigs Vorschläge als fundiert und prinzipientreu. Auch wenn man über einzelne Details streiten könne, sei unbestreitbar, dass das aktuelle System der Studienfinanzierung defizitär und unbefriedigend für alle Beteiligten sei.

Bildungsministerin Bridget Phillipson betonte jüngst, dass sie keine "schmerzfreien oder sofortigen Lösungen" versprechen könne, aber versprach, sich den Problemen des Sektors anzunehmen. UUK plant, diese Woche einen "Blueprint" mit Vorschlägen für einen Neustart des Universitätssektors zu veröffentlichen.

Ein Sprecher von UUK erklärte, dass die Regierung die Studiengebühren an die Inflation koppeln, Zuschüsse für die ärmsten Studierenden wieder einführen und den Wert der Unterhaltsdarlehen erhöhen sollte. Dies könne schnell und ohne umfangreiche Systemänderungen geschehen und würde sowohl die Finanzen der Universitäten als auch der Studierenden stabilisieren.

Das Bildungsministerium betonte, das Finanzierungssystem müsse für die Wirtschaft, die Universitäten und die Studierenden funktionieren und kündigte an, alle Optionen sorgfältig zu prüfen und Vorschläge vorzulegen.