25. Juni, 2026

Wirtschaft

Rating-Agenturen stufen Thames Water weiter herab: Liquiditätsengpass verschärft sich

Rating-Agenturen stufen Thames Water weiter herab: Liquiditätsengpass verschärft sich

In einer neuen Eskalation der Finanzkrise beim britischen Versorgungsunternehmen Thames Water haben die Rating-Agenturen Moody’s und S&P die Bonitätsbewertung der Schulden des Unternehmens weiter in den Ramschstatus gesenkt.

Die Herabstufung erfolgte, nachdem Thames Water bekanntgegeben hatte, dass ein Großteil der Betriebsmittel im Dezember ausgeschöpft sein wird. Weiterer Zugang zu liquiden Mitteln werde nur mit Zustimmung der Gläubiger möglich sein.

Moody’s hat Thames Water auf ein Caa1-Rating herabgestuft, nachdem es zuvor mit Ba3-PD bewertet war. Diese Einstufung deutet darauf hin, dass das Unternehmen als sehr riskant gilt und wahrscheinlich seine Schulden nicht bedienen kann.

Die Rating-Agentur begründete die Herabstufung mit einer „signifikant angespannten Liquiditätssituation, die schlechter als erwartet ist“.

Auch S&P hat seine Bewertung der Klasse-A-Schulden von Thames Water auf CCC+ gesenkt, was eine ähnliche Einschätzung des Unternehmens bestätigt. Die Agentur betonte, dass es wahrscheinlich sei, dass die Wasserversorgungsgesellschaft ohne wesentliche positive Entwicklungen innerhalb der nächsten zwölf Monate zahlungsunfähig werde.

Diese Entwicklungen treten ein, nachdem Thames Water angekündigt hatte, in den kommenden Wochen mit der Kapitalbeschaffung bei Investoren zu beginnen. Das Unternehmen, das etwa 16 Millionen Menschen versorgt, steht vor einer Liquiditätskrise und hat nur genügend Mittel, um den Betrieb bis Mai 2025 aufrechtzuerhalten.

Ein weiteres starkes Problem sind die über 15 Milliarden Pfund Schulden. Die Regulierungsbehörde Ofwat hat angekündigt, einen unabhängigen Aufseher einzusetzen, um den Turnaround des Unternehmens zu überwachen. Sollte Thames Water keine neuen Finanzmittel beschaffen, droht im kommenden Jahr eine mögliche Verstaatlichung, was die derzeitige Labour-Regierung vermeiden möchte.

Des Weiteren befindet sich Thames Water in Verhandlungen mit einer Gruppe von rund 90 seiner Gläubiger, die etwa 10 Milliarden Pfund der Gesamtschulden repräsentieren. Diese Gruppe, bestehend aus großen Vermögensverwaltern, Hedgefonds und Pensionsfonds, arbeitet Berichten zufolge an einem Plan, um das Unternehmen zu stützen.

Ein Sprecher von Thames Water erklärte: „Wir arbeiten weiterhin nach den im Juli 2024 mit unserem Regulierer vereinbarten Verpflichtungen und sind weiterhin im Dialog mit unseren Gläubigern, um Optionen zur Verlängerung unseres Liquiditätsspielraums zu prüfen.“