29. August, 2026

Wirtschaft

Peking unter Zugzwang: China kündigt Anti-Dumpinguntersuchung gegen EU-Produkte an

Peking unter Zugzwang: China kündigt Anti-Dumpinguntersuchung gegen EU-Produkte an

Das chinesische Handelsministerium hat eine Anti-Dumpinguntersuchung gegen importierte Produkte aus der Europäischen Union eingeleitet. Diese Maßnahme zielt auf eingeführtes Schweinefleisch und Schlachtnebenerzeugnisse ab. Hintergrund dieser Aktion sind die jüngsten Spannungen zwischen der EU und China, nachdem die EU-Kommission zu möglichen Marktverzerrungen durch chinesische Subventionen für Elektrofahrzeuge ermittelt hatte.

Die chinesische Staatszeitung 'Global Times' berichtete bereits vorab, dass Beweise gegen bestimmte Milchprodukte und Schweinefleisch aus der EU gesammelt würden. Es wurden allerdings keine detaillierten Informationen auf der Onlineplattform X veröffentlicht. Laut Angaben des chinesischen Handelsministeriums betreffen die Ermittlungen Produkte, die primär für den menschlichen Verzehr vorgesehen sind, darunter frisches und gefrorenes Schweinefleisch oder Nebenerzeugnisse. Der chinesische Zoll verzeichnete im vergangenen Jahr Einfuhren von Schweinefleisch im Wert von 23,2 Milliarden Yuan (ca. drei Milliarden Euro), während die EU 2023 Schweinefleischprodukte im Wert von etwa 2,5 Milliarden Euro nach China exportierte.

Diese Ermittlung stellt nicht die erste Maßnahme Chinas gegen europäische Produkte dar. Bereits im Januar hatte das Handelsministerium eine Untersuchung gegen Brandy aus der EU eingeleitet, welche hauptsächlich französische Hersteller betraf.

Fachleute hatten nach der Androhung von Strafzöllen durch die EU eine Reaktion Chinas prognostiziert. Maßgebliche Experten wie Jacob Gunter vom Berliner Institut Merics erwarteten, dass Peking keine Zölle auf europäische Produkte erheben würde, die für den eigenen Bedarf unerlässlich sind. Dazu gehören Maschinen, hochwertige Industriegüter, Chemikalien und Medizintechnik.

Dagegen könnten Agrar-, Lebensmittel- und Getränkeprodukte, die für chinesische Verbraucher entbehrlich sind oder die in China ausreichend produziert werden, ins Zentrum der Maßnahmen rücken. Dazu zählt insbesondere Schweinefleisch, ein Produkt, das von Pekings Gegenmaßnahme unmittelbar betroffen sein dürfte.