Der US-Softwaregigant Oracle hat mit einer Reihe von positiven Entwicklungen in der Buchung seiner Programme sowie strategischen Partnerschaften erheblichen Optimismus für seine künftigen Geschäfte erzeugt. Besonders bedeutsam ist die Erweiterung der Zusammenarbeit mit Microsoft und dem ChatGPT-Erfinder OpenAI, um die Cloud-KI-Plattform von Microsoft auch in Oracle-Datencentern verfügbar zu machen. Zudem plant Google, die Datenbanktechnik von Oracle in seiner eigenen Cloudplattform anzubieten. Diese positiven Nachrichten führten zu einem deutlichen Kursanstieg der Oracle-Aktien.
Am Mittwoch legten die Papiere von Oracle im vorbörslichen US-Handel um rund 9 Prozent zu und überstiegen damit ihr Rekordhoch von Mitte März mit 132,77 US-Dollar deutlich. Seit Jahresbeginn verzeichnete die Aktie bereits ein Plus von 17,5 Prozent. Auch SAP profitierte im DAX leicht von den Aktivitäten des Konkurrenten; die Aktien des deutschen Softwareunternehmens legten um 0,7 Prozent zu, womit SAP nun eine Marktkapitalisierung von 216 Milliarden Euro erreicht und den ersten Platz im DAX einnimmt. Oracle selbst kommt nun auf eine beeindruckende Marktkapitalisierung von umgerechnet 345 Milliarden Euro.
Positiv hervorzuheben sind die beeindruckenden Auftragsbücher für die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) sowie die prognostizierten Umsatzzuwächse, wie UBS-Analyst Karl Keirstead anmerkte. Doch nicht alle Analysten teilen diesen Optimismus. Mark Murphy von JPMorgan kritisierte, dass der Umsatz im vierten Geschäftsquartal unter den Erwartungen lag und auch der Ausblick für das laufende erste Quartal wenig überzeugend sei.
Im vierten Geschäftsquartal, das Ende Mai endete, erreichte Oracle einen Umsatz von 14,3 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht, jedoch unter den Prognosen der Analysten lag. Besonders im Bereich der Rechenkraft in Cloud-Datencentern verzeichnete Oracle ein beeindruckendes Wachstum von 42 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar, leicht über den Erwartungen. Demgegenüber fiel das Wachstum bei Cloudprogrammen zur Unternehmenssteuerung, einem direkten Konkurrenzfeld zu SAP, schwächer aus.
Oracle-CEO Safra Catz kündigte aufgrund hoher Buchungen eine Beschleunigung des Wachstums an, insbesondere durch einen Schub bei KI-Anwendungen, die den Umsatz im neuen Jahr im zweistelligen Prozentbereich steigen lassen sollen. Im vierten Quartal habe Oracle Verträge über 12,5 Milliarden Dollar im Bereich KI-Technik abgeschlossen.
Unter dem Strich sank der Nettogewinn im Quartal um fünf Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar, was darauf zurückzuführen ist, dass das Unternehmen im Vorjahr steuerliche Gutschriften erhalten hatte.