01. Juli, 2026

Wirtschaft

Niedersachsens Ministerpräsident fordert schnelle Gespräche bei Volkswagen

Niedersachsens Ministerpräsident fordert schnelle Gespräche bei Volkswagen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die zügige Aufnahme von Gesprächen zwischen Management und Arbeitnehmervertretung bei Volkswagen gefordert. Nach einer Phase öffentlicher Diskussionen sei es nun an der Zeit, gemeinsam Lösungen für eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu finden, erläuterte Weil nach einem Treffen mit dem VW-Betriebsrat im Emder Werk. „Das ist die klare Erwartung, die das Land Niedersachsen jetzt hat, an das Management, auch an die Interessenvertretung der Arbeitnehmerschaft: Sehr schnell jetzt zu beginnen, miteinander Klartext zu reden“, betonte Weil. Niedersachsen werde dabei tatkräftig unterstützen. „Wir sind sehr interessiert an einer positiven Weiterentwicklung von Volkswagen in Niedersachsen.“

Weil betonte weiter, dass Volkswagen in der Vergangenheit zahlreiche schwierige Situationen gemeistert habe. „Bis jetzt ist es noch jedes Mal gelungen, zu gemeinsamen Ergebnissen zwischen Vorstand und Arbeitnehmerschaft zu gelangen, und ich wüsste nicht, warum das dieses Mal nicht gelingen soll.“ Die zu ergreifenden Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sollten jedoch nicht öffentlich diskutiert werden.

Der Ministerpräsident und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg (Grüne) sind Mitglieder des VW-Aufsichtsrats, in dem Niedersachsen mit 20 Prozent der Stimmrechte vertreten ist. Zusammen mit den Arbeitnehmervertretern hat das Land dort die Mehrheit und ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen.

VW hatte kürzlich angekündigt, bei der Kernmarke umfassende Sparmaßnahmen einzuleiten. Der ursprünglich vorgesehene Stellenabbau durch Altersteilzeit und Abfindungen sei nicht mehr ausreichend. Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bei der Kernmarke VW seien nicht länger ausgeschlossen. Der Konzern kündigte zudem, die seit 1994 bestehende Job-Garantie aufzuheben, wodurch betriebsbedingte Kündigungen ab Juli 2025 möglich werden.