27. Juni, 2026

Wirtschaft

Neuer Hoffnungsschimmer für Everton: Friedkin Group übernimmt

Neuer Hoffnungsschimmer für Everton: Friedkin Group übernimmt

Der englische Traditionsverein Everton könnte schon bald in eine glücklichere Zukunft blicken. Nach jahrelanger Agonie und finanziellen Engpässen schimmert erstmals seit Langem ein Lichtstrahl am Horizont. Die vergangenen Jahre an der Goodison Park waren von finanziellen Fehltritten, scharfen Abstiegen und existenziellen Ängsten geprägt. Farhad Moshiri, der anglo-iranische Milliardär, hatte den Verein im Jahr 2016 mit großen Plänen übernommen, konnte jedoch die kontinuierliche Abwärtsspirale nicht aufhalten. Probleme mit den Gewinn- und Nachhaltigkeitsregeln sowie permanente Abstiegskämpfe zehrten an der Substanz – emotional wie finanziell. Auch enttäuschende Ergebnisse in Übernahmediskussionen mit verschiedenen Investoren, wie MSP Sports Capital und 777 Partners, lösten bei Fans und Vereinsmitgliedern gleichermaßen Erschöpfung aus. Die jüngsten Erschütterungen schienen ein neuer Tiefpunkt in der ohnehin dunklen Phase der Vereinsgeschichte zu sein. Es ist daher kaum verwunderlich, dass die Nachricht eines Abkommens zwischen Moshiri und der Friedkin Group am Montag wohltuende Begeisterung auslöste. Sollte die Übernahme, die noch der regulatorischen Genehmigung bedarf, erfolgreich abgeschlossen werden, könnte sie als Wendepunkt in Evertons moderner Geschichte in die Annalen eingehen. Moshiri, trotz zahlreicher Fehler, verdient Anerkennung dafür, das neue Stadionprojekt am Bramley-Moore Dock fortgeführt und günstigere Konditionen für den Verein akzeptiert zu haben. Die Vereinbarung sieht vor, dass Moshiri einen vergleichsweise kleinen Betrag für seine Anteile erhält, was vor allem darauf abzielt, Everton von erdrückenden Kurzzeit- und Hochzinskrediten zu entlasten. Intern wird der mögliche Einzug der Friedkin Group enthusiastisch begrüßt. Meetings mit den Vertretern der Gruppe und Schlüsselpersonen des Vereins verliefen positiv, was die Hoffnung auf einen kollektiven und zukunftsgerichteten Weg bekräftigte. Viele sahen Friedkin als einzig machbare Option für Everton, und Moshiri stimmte letztlich zu. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Everton frisches Kapital und Antrieb benötigt, um wieder auf Erfolgskurs zu gelangen. Sowohl sportlich als auch finanziell hat der Club in jüngster Vergangenheit gelitten, und es gibt viel zu tun, um zu früherem Glanz zurückzufinden. Doch die Reaktionen auf die Hoffnungsnachricht vom Montag haben sämtlichen Beteiligten neuen Glauben eingehaucht. Es ist die Abwesenheit von Hoffnung, die zermürbt – nicht ihre Gegenwart. Die Möglichkeit, dass jene dunklen Tage für Everton nun der Vergangenheit angehören könnten, gibt Fans und Angestellten gleichermaßen neuen Mut.