01. September, 2026

Wirtschaft

Nach schwerem Erdbeben in Taiwan: Rettungsaktionen und Sorgen um Hotelangestellte im Nationalpark

Nach schwerem Erdbeben in Taiwan: Rettungsaktionen und Sorgen um Hotelangestellte im Nationalpark

Im Zuge der Rettungsmaßnahmen nach dem stärksten Erdbeben in Taiwan seit 1999 konnte die Feuerwehr am gestrigen Tag 70 Bergarbeiter aus zwei Steinbrüchen sicher evakuieren, während auch sechs Arbeiter per Helikopter gerettet wurden. Die Zahl der Verletzten stieg auf über 1060 Personen, mit einer weiteren geborgenen Leiche erhöht sich die Todeszahl auf zehn. Innenminister Lin You-chang betont, dass das Auffinden von vermissten Personen Priorität hat, da diese dringend Verpflegung benötigen.

Besondere Sorgen bereiteten rund 30 Mitarbeiter eines Luxushotels im Taroko-Nationalpark, einem Gebiet, das von besonders starken Beben betroffen war. Später konnten Entwarnungen gegeben werden, nachdem die Angestellten sich auf dem Weg zur Arbeit in einem Tunnel vor Felsstürzen in Sicherheit bringen konnten. Mehr als 660 Menschen waren an verschiedenen Orten im Nationalpark isoliert, alle befanden sich aber in einer sicheren Lage.

Das Beben ereignete sich während der Stoßzeit des Berufsverkehrs in ganz Taiwan und löste weitreichende Panik aus. Tsunami-Warnungen wurden von Ländern wie China, Japan und den Philippinen ausgegeben, später jedoch wieder aufgehoben. Obwohl von einer Bebenstärke von bis zu 7,7 berichtet wurde, betrug die offizielle Stärke laut taiwanischen Behörden 7,2.

Die Insel, die in einer seismisch gefährdeten Zone liegt, erlebte eine Reihe von über 300 Nachbeben. Inmitten der betroffenen Region, dem Landkreis Hualien, konnten auch zwei Deutsche aus einem Tunnel geborgen werden. Weiterhin waren 18 weitere Mitglieder derselben Reisegruppe zeitweilig als vermisst gemeldet, befinden sich jedoch laut Behörden alle in gutem Zustand.

Die Katastrophe führte vielerorts zu schwerwiegenden Schäden an Infrastrukturen, darunter eingestürzte Häuser und Straßen sowie ein Lagerhaus nahe Taipeh, und forderte das Leben von Menschen, unter ihnen ein Lastwagenfahrer, der von einem Steinschlag getroffen wurde.

Einhergehend mit den Rettungsaktionen gab es in vielen Haushalten der Insel Strom- und Wasserausfälle. Der Großteil der Stromversorgung konnte bis zum Donnerstagmorgen wiederhergestellt werden, während mobile Wasser-Laster zur Notversorgung zum Einsatz kamen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen betrafen ebenfalls renommierte Unternehmen wie den Chiphersteller TSMC, welcher nach anfänglichem Betriebsstopp vermeldete, die Produktionsanlagen mit etwa 70 Prozent Kapazität hochzufahren, ohne dass essentielle Hightech-Maschinen für die Chipfertigung Schaden genommen hätten.