Ein Blick auf die aktuelle Beschäftigungslage von Müttern in Deutschland offenbart eine stetige, doch schleppende Entwicklung. Aus der aktuellen Analyse des Statistischen Bundesamtes und Auswertungen der Prognos AG zeichnet sich ab, dass die Erwerbstätigkeit von Müttern mit jüngstem Kind im Alter von drei bis sechs Jahren in den letzten Jahren stagniert. Die Zahlen für das vergangene Jahr weisen eine Erwerbstätigenquote von 74 Prozent auf – ein Wert, der bereits vor fünf Jahren erreicht wurde.
Gegenüber dem Jahr 2008 ist zwar ein Wachstum von zehn Prozentpunkten zu verzeichnen, dennoch bleibt der Anstieg gering. Dies gilt ebenfalls für Mütter mit Kindern zwischen einem und drei Jahren; hier liegt die Erwerbstätigenquote aktuell bei 54 Prozent, was nur eine moderate Steigerung zu den 49 Prozent aus dem Jahr 2013 darstellt.
Des Weiteren bleibt Teilzeitarbeit die dominierende Beschäftigungsform für Mütter. Immerhin ist ein Anstieg der wöchentlichen Arbeitszeiten zu beobachten: 20 Prozent der Mütter arbeiteten 2023 bis zu 36 Stunden pro Woche – gegenüber 11 Prozent im Jahr 2008. Dennoch bleibt der Anteil der Mütter mit einer Vollzeittätigkeit von mehr als 36 Stunden mit 16 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013 nahezu konstant.
Der schwache Anstieg der Müttererwerbstätigkeit wird maßgeblich durch den unzureichenden Ausbau von Betreuungsplätzen gebremst. Laut einer Studie von Bertelsmann fehlen deutschlandweit rund 430.000 Kita-Plätze, obwohl ein Rechtsanspruch darauf besteht.
Während sich die Rolle der Mütter verändert hat, zeigen Studien, dass die väterliche Verantwortungsübernahme nicht im gleichen Maße gewachsen ist. Mütter wenden täglich durchschnittlich drei Stunden und 48 Minuten für die Kinderbetreuung auf, Väter dagegen nur zwei Stunden und elf Minuten. Laut Bettina Kohlrausch vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut mündet dies in einer wöchentlichen Differenz von sieben Stunden – einem Arbeitstag.
Auch der Mangel an Progression bei der von der Bundesregierung geplanten "Familienstartzeit" beeinträchtigt die Angleichung in der Geschlechterverteilung von Pflege- und Erwerbsarbeit. Der Vorschlag, der Vätern eine zweite Woche bezahlte Auszeit nach der Geburt eines Kindes garantieren soll, wird innerhalb der Regierung und zwischen den Interessenverbänden kontrovers diskutiert.