Präsidentin Maia Sandu hat mit einem knappen Sieg in der Stichwahl ihren Weg zu einer zweiten Amtszeit geebnet, so die vorläufigen Wahlergebnisse. Die pro-europäische Politikerin hat versprochen, das Land auf einen engeren Kurs Richtung EU-Beitritt zu führen. Mit 53,89 Prozent der Stimmen setzte sich Sandu gegen den politisch unerfahrenen Alexander Stoianoglo durch, nachdem 97 Prozent der Wahllokale ihre Ergebnisse gemeldet hatten.
Nach Bekanntwerden der Resultate feierte Sandu den Erfolg und betonte, dass die Moldauer ihre Nation nach Monaten der Warnungen vor russischen Einflussversuchen im Wahlprozess "gerettet" hätten. Sie äußerte, dass Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit gesiegt hätten und lobte die Nation für den Zusammenhalt, der sie gegen Kräfte gestärkt habe, die sie zu Boden zwingen wollten.
In ihrer Ansprache, die sie sowohl auf Rumänisch als auch auf Russisch hielt, versprach Sandu, das Land in Eintracht und Demokratie voranzubringen. Diese knappe Mehrheit erreichte sie nach einer ungewissen ersten Wahlrunde, die zu einer Stichwahl führte. Parallel zur Wahl fand ein Referendum über den EU-Beitritt statt, das eine knappe Mehrheit von 50,35 Prozent für die EU-Befürworter hervorbrachte.
Sandu ist die erste Präsidentin, die direkt vom Volk für eine zweite Amtszeit gewählt wurde, und sie hat ehrgeizige Reformpläne für den EU-Beitritt bis 2030. Während die EU Moldovas Bemühungen unterstützt und finanzielle Pakete bereitgestellt hat, hat dies Moskau verärgert. Moldawische Sicherheitsbehörden hatten wochenlang vor einer beispiellosen Einflussnahme Russlands gewarnt, das Milliarden in das Land gepumpt habe, um die Wahlergebnisse zu verfälschen.
Trotz russischer Dementis betonte Sandu, dass die moldauische Bevölkerung vereint und siegreich gewesen sei. Ihr Kontrahent Stoianoglo, unterstützt von der sozialistischen Partei mit Russlandverbindungen, beschrieb sich als unabhängig und rief zu Frieden und Einheit auf. Er befürwortet ebenfalls die Annäherung an Europa, allerdings auch gute Beziehungen mit Russland.