In deutschen Metropolen offenbart sich eine Chance zur Linderung der akuten Wohnungsnot: Der innovative Ansatz, leerstehende Büroflächen in Wohnraum zu verwandeln, birgt nach Erkenntnissen des Immobilienexperten Jones Lang LaSalle (JLL) erhebliches Potential. Ungefähr 11.300 Wohnungen könnten in den sieben größten deutschen Städten durch eine solche Transformation entstehen, ein Lösungsschritt, der rund ein Fünftel des aktuellen Bedarfs decken könnte, so Helge Scheunemann von JLL Deutschland.
In einzelnen Städten wie Düsseldorf, Stuttgart und Frankfurt ist das Potential besonders hoch, wo sogar mehr als die Hälfte der dringend benötigten Wohnungen durch Umwandlung von Büroflächen bereitgestellt werden könnte. Während der Trend zum Homeoffice Büroflächen zunehmend leer stehen lässt, ist der Wohnungsmangel in urbanen Zentren weiterhin ein drängendes Problem. Die sieben größten Städte – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf – verzeichnen einen Leerstand in Büroimmobilien von insgesamt etwa 5,64 Millionen Quadratmetern.
Derweil schätzt der Zentrale Immobilienverband (ZIA) einen Mangel von 600.000 Wohnungen im laufenden Jahr, bis 2027 könnten es gar 830.000 sein. Hohe Zinsen und Baukosten bremsen den Wohnungsbau zusätzlich aus, was das Ziel der Regierung von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr unerreichbar erscheinen lässt.
Allerdings, so fügt Scheunemann hinzu, spiele die Umwidmung von Büroflächen in Wohnraum bisher nur eine marginale Rolle. Die Herausforderungen liegen in der Anpassung dieser Standorte an die Bedürfnisse des Wohnens, was die Nähe zu Bildungseinrichtungen, ÖPNV-Anbindungen, Einkaufsmöglichkeiten und Grünflächen miteinschließt. Hierbei erweisen sich auch die gestiegenen Baukosten als Hemmnis für die Umgestaltung.