17. Juni, 2026

Wirtschaft

LVMH enttäuscht: Umsatzrückgang überraschend hoch

LVMH enttäuscht: Umsatzrückgang überraschend hoch

Der französische Luxusgigant LVMH hat im dritten Quartal einen Umsatzrückgang von 3 % verzeichnet und damit das erste Mal seit der Pandemie einen Rückgang in einem Quartal zu beklagen. Steigende Preise und wirtschaftliche Unsicherheit scheinen den Konsum einzuschränken und belasten das Wachstum des Unternehmens.

Der Umsatz des Weltmarktführers im Luxussegment betrug für die drei Monate bis Ende September 19,08 Milliarden Euro, was einem organischen Rückgang von 3 % entspricht. Währungs-, Akquisitions- und Desinvestitionseffekte wurden hierbei ausgeklammert. Dieses Ergebnis liegt unter den Konsensschätzungen von Barclays, das einen organischen Zuwachs von 2 % prognostiziert hatte.

Vor diesem Hintergrund haben die ohnehin schon besorgten Anleger kaum Grund zur Beruhigung. Besonders die Mode- und Lederwarensparte, zu der ikonische Marken wie Louis Vuitton und Dior gehören, schnitt mit einem Rückgang von 5 % deutlich schlechter als erwartet ab. Konsensschätzungen hatten hier einen Anstieg von 4 % vorausgesagt. Dies markiert den ersten Rückgang dieses Bereichs seit 2020, als die Pandemie die Märkte im Griff hatte.

Fast die Hälfte des Umsatzes und fast drei Viertel des wiederkehrenden Gewinns von LVMH stammen aus dem Bereich Mode und Lederwaren. Die Nervosität der Investoren in Bezug auf den Luxusgütersektor ist gestiegen, seitdem die Konsumfreude nach der Pandemie letztes Jahr an Schwung verloren hat. Besonders die Nachfrage in China ist von großer Unsicherheit geprägt, da die Immobilienkrise im Land das Konsumentenvertrauen belastet. Die Hoffnung, dass staatliche Stimulierungsmaßnahmen schnell Begeisterung für Luxusgüter entfachen könnten, hat sich bisher nicht erfüllt.

UBS hat vorausgesagt, dass das dritte Quartal das schlechteste für den Luxussektor seit vier Jahren wird, mit einem Rückgang der organischen Verkäufe um 1 % im Jahresvergleich.