Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat in einer aktuellen Studie erhebliche Lücken zwischen den Betreuungsangeboten in Kitas und den Bedürfnissen der Eltern festgestellt. Laut der Untersuchung besteht bei 29 Prozent aller Familien mit Kindern unter drei Jahren ein zusätzlicher Betreuungsbedarf von mindestens fünf Stunden pro Woche. Für Familien mit Kindern über drei Jahren liegt dieser Bedarf sogar bei 37 Prozent.
Die Autorinnen der Studie warnen vor den gesellschaftlichen Folgen dieser Betreuungslücken. Betroffen seien nicht nur die Kinder und deren Eltern, sondern langfristig auch der Arbeitsmarkt. Um dem entgegenzuwirken, empfehlen sie, die Öffnungszeiten der Kitas stärker an den Anforderungen der Familien zu orientieren – besonders im Hinblick auf den aktuellen Fachkräftemangel in Deutschland.
Katharina Spieß, Direktorin des Instituts und Mitautorin der Studie, fasst die Problematik zusammen: "Unter den derzeitigen Bedingungen finden viele Eltern keinen Bildungs- und Betreuungsplatz für ihr Kind, der ihren Anforderungen entspricht." Sie betont die Notwendigkeit, Betreuungslücken zu schließen, beispielsweise über die Mittagszeit oder während der langen Schließzeiten im Sommer.
Eine weitere Erkenntnis der Studie sind regionale Unterschiede in den Betreuungszeiten. Zwischen den tatsächlich angebotenen, den gewünschten und den vertraglich vereinbarten Zeiten klaffen erhebliche Lücken. Spieß spricht sich daher für bundesweite Standards aus, um eine einheitlichere Betreuungssituation zu schaffen.