Der Eurokurs ist am Freitag unter die Marke von 1,07 US-Dollar gefallen und notierte am Mittag bei 1,0682 US-Dollar. Noch am Morgen hatte die Gemeinschaftswährung diese wichtige Schwelle überschritten. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,0719 Dollar festgelegt.
Hauptverantwortlich für die Schwäche des Euro waren enttäuschende Konjunkturdaten aus der Eurozone. Im Juni erlitt die wirtschaftliche Erholung im Euroraum einen empfindlichen Dämpfer. Der Einkaufsmanagerindex, erhoben von S&P Global, sank unerwartet und unterbrach den jüngst verzeichneten Aufwärtstrend. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor trübte sich die Stimmung deutlich ein.
„Die Zahlen für Juni bestätigen unsere Einschätzung, dass die wirtschaftliche Erholung im Euroraum in diesem Jahr nicht so stark verlaufen wird wie von den meisten Volkswirten und der EZB prognostiziert“, erklärte Vincent Stamer, Experte bei der Commerzbank. „Das bestärkt uns in der Annahme, dass die EZB im September eine weitere Senkung der Leitzinsen vornehmen wird.“
Nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich verzeichneten einen Rückgang des Indikators. Besonders in Frankreich sei die kurzfristig angesetzte Neuwahl und die damit verbundene politische Unsicherheit für die verschlechterte Stimmung verantwortlich, so Stamer.
Auch in Großbritannien entwickelte sich das Geschäftsklima unerwartet negativ. Der Dienstleistungssektor, als einer der bedeutendsten Bereiche, trug maßgeblich zum Rückgang des Gesamtindikators bei. In der Folge gab auch das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar nach.