18. Februar, 2026

Wirtschaft

Juristische Tür offen für neue Investorenabstimmung in der DFL

Juristische Tür offen für neue Investorenabstimmung in der DFL

In der anhaltenden Diskussion um frisches Kapital für die Deutsche Fußball Liga (DFL) scheint ein neuer Akt im Drama möglich: Eine erneute Abstimmung könnte rechtlich durchführbar sein, so die Einschätzung von Sportrechtler Paul Lambertz. Im Zentrum steht das potenzielle Engagement eines Finanzinvestors, das der DFL eine Milliardensumme bescheren und im Gegenzug Anteile an den lukrativen TV-Erlösen sichern soll. Trotz der Zwei-Drittel-Mehrheit, die bei der letzten Wahl im Dezember nur knapp erreicht wurde, bleibt die Legitimität besiegelt – ein Detail, das Lambertz betont.

Der Rechtsexperte erläutert, dass für eine Neuauflage der Abstimmung lediglich eine Mitgliederversammlung nötig sei. Diese könne entweder durch das Präsidium bei Vorliegen wichtiger Gründe oder durch ein Minderheitenbegehren, unterstützt von zehn DFL-Mitgliedern, einberufen werden. Das Interesse für eine Neubewertung des Investor-Einstiegs manifestiert sich zunehmend unter den Clubs. Diskussionsstoff liefert unter anderem das Abstimmungsverhalten von Martin Kind, der im Auftrag von Hannover 96 gegen den Deal votierte, trotz anderslautender Vorgaben seines Stammvereins. Fanszenen manifestieren ihre Opposition gegen den Plan und haben ihre Protestaktionen in den letzten Monaten intensiviert.

Während Lambertz die Rechtskonformität des ursprünglichen Beschlusses hervorhebt, sieht er die Begründung für eine Wiederholung der Abstimmung aufgrund des Votums von Kind als komplex an. Seine persönliche Meinung zu erneuten Abstimmungen über bereits entschiedene Themen teilt Lambertz pragmatisch: Er hält solche Wiederholungen generell für problematisch, was möglicherweise ein Dämpfer für die Erwartungen mancher Vereinsvertreter darstellt.