Der Frühling beginnt für deutsche Verbraucher mit einer finanziellen Erleichterung. Laut den jüngsten vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes hat die Inflation in Deutschland eine sinkende Tendenz: Im März 2023 fiel die Jahresteuerungsrate auf 2,2 Prozent – ein Wert, den man letztmals im April 2021 gesehen hatte. Damit setzt sich der Rückgang der Inflationsrate, notiert nach 2,5 Prozent im Februar und 2,9 Prozent im Januar, fort.
Die Preise für Nahrungsmittel sind laut der Erhebung im März um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Damit sind Lebensmittel erstmals seit acht Jahren günstiger geworden, eine Entwicklung, die Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, als erfreuliche Zugabe zum positiven Trend wertet. Indes sanken auch die Energiekosten gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent, trotz des Auslaufens staatlicher Preisbremsen und der Erhöhung des CO2-Preises.
Andererseits verzeichnen bestimmte Dienstleistungen eine Kostensteigerung um voraussichtlich 3,7 Prozent. Insbesondere der Besuch in Gaststätten und Restaurants sowie die Preise für Pauschalreisen und Flüge zogen im Osterreisemonat an. Gegenüber dem Februar stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,4 Prozent.
Von einem weiteren Rückgang der Teuerungsraten im Sommer geht auch das Ifo-Institut aus. Wenn die Inflation unter die Zwei-Prozent-Marke fallen sollte, würde das die Prognose des Instituts bestätigen, die auf Umfragedaten basiert, wonach Unternehmen weniger Preiserhöhungen planen. Allerdings warnt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, vor verfrühter Entwarnung hinsichtlich der Inflation und der Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank (EZB). Auch Fritzi Köhler-Geib von der KfW prognostiziert einen möglichen Preisdruck beim Gas und der Wärmeversorgung aufgrund des Endes der Mehrwertsteuerabsenkung.
In der Zwischenzeit äußert EZB-Präsidentin Christine Lagarde nach diversen Zinserhöhungen die Möglichkeit einer Zinssenkung im Juni. Obgleich höhere Zinsen eine Inflationsbarriere bilden, können sie das Wachstum hemmen und Investitionen belasten.
Die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute für das laufende Jahr versprechen mit einer erwarteten Inflationsrate von 2,3 Prozent eine Entspannung gegenüber den 5,9 Prozent des Vorjahres. Dennoch bleibt die Bevölkerung aufgrund einer Schufa-Umfrage vom Februar vorsichtig; viele streben danach, Ausgaben zu reduzieren und sparsamer beim Einkaufen zu sein. Ole Schröder vom Schufa-Vorstand betont die anhaltende angespannte Stimmung in deutschen Haushalten, die auch das Konsumverhalten beeinflusst.