Eine spürbare Entspannung im Preisauftrieb macht sich in Deutschland bemerkbar, wo die Inflationsrate im März einen merklichen Rückgang auf den niedrigsten Wert seit drei Jahren erfuhr. Eine Erleichterung für das Portemonnaie der Bürger: die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Werte weisen eine Preissteigerung von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus, was der geringsten Rate seit Mai 2021 entspricht. Die Verbraucher dürfen sich über moderatere Ausgaben speziell im Bereich der Energie und der Lebensmittel freuen, die teils günstiger als im Vorjahr angeboten werden.
Diese Tendenz einer gedämpften Teuerungsrate setzt sich fort: Nahrungsmittel notierten im März zum ersten Mal seit über neun Jahren unter dem Preisniveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums, so die Behördenchefin Ruth Brand. Der Preisrückgang in diesem Segment lag bei 0,7 Prozent.
Den Energieverbrauchern kam die Entwicklung ebenfalls zugute, denn trotz ausgelaufener Preisbremsen und erhöhter CO2-Preise verzeichneten sie im Energiemarkt eine Preisverminderung von 2,7 Prozent. Konkret ergaben sich Preisnachlässe bei Erdgas um 9,2 Prozent und Strom um 8,1 Prozent, während die Fernwärme ihre Kosten um 20,6 Prozent steigerte. Dienstleistungen hingegen verteuerten sich um 3,7 Prozent.
Volkswirtschaftliche Experten erwarten ein Fortdauern der rückläufigen Inflationsentwicklung. Für das Gesamtjahr prognostizieren führende Wirtschaftsforschungsinstitute eine deutliche Minderung der Inflation auf durchschnittlich 2,3 Prozent, nachdem sie im vergangenen Jahr bei hohen 5,9 Prozent gelegen hatte. Mit der reduzierten Teuerungsrate steigt die Kaufkraft der Konsumenten, denn höhere Preise hatten zuvor die realen Verbrauchsmöglichkeiten geschmälert.
Im direkten Monatsvergleich, vom Februar zum März, war hingegen ein geringfügiger Anstieg der Verbraucherpreise um 0,4 Prozent zu beobachten. Trotz dieses kurzfristigen Anstiegs bietet die Gesamtentwicklung Grund zur vorsichtigen Hoffnung auf eine stabilere ökonomische Situation der privaten Haushalte.