In einem Jahr der konjunkturellen Herausforderungen hat die deutsche Industrie eine beachtliche Stabilität im Bereich der Beschäftigung bewiesen. Wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes onthüllen, verzeichnete das verarbeitende Gewerbe im Jahresdurchschnitt 2023 einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen um 1,1 Prozent, was einer Mehrbeschäftigung von 62.000 Menschen entspricht. Am Ende des Jahres 2023 waren demnach rund 5,6 Millionen Arbeitnehmer in den größeren Industriebetrieben tätig, was einen Zuwachs von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt.
Doch mit einem Blick auf die längere Zeitachse zeigt sich, dass trotz dieser positiven Entwicklung noch Luft nach oben ist: Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) unter dem Dach der Hans-Böckler-Stiftung, merkte an, dass das Beschäftigungsniveau weiterhin unter den Werten von vor der Corona-Pandemie liegt. Er betonte, dass die goldene Ära, in der die deutsche Industrie als Job- und Wachstumsmotor fungierte, momentan pausiert – insbesondere der durch den Krieg in der Ukraine verursachte Energiepreisanstieg hat weiterhin Auswirkungen.
Der Beschäftigungszuwachs im letzten Jahr wurde von fast allen wichtigen Branchen getragen, ausgenommen davon sind die chemische Industrie, die mit einem Minus von 1,1 Prozent zu kämpfen hatte, und die Gummi- und Kunststoffindustrie, welche 0,8 Prozent weniger Beschäftigte aufwies. Besonders beeindruckend war der Zuwachs in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen, wo die Beschäftigung um 5,4 Prozent anstieg.
Währenddessen sackte die deutsche Wirtschaft insgesamt in eine leichte Rezession mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Prognosen für das laufende Jahr sind verhalten optimistisch; von der Bundesregierung wird ein bescheidenes Wachstum von lediglich 0,2 Prozent erwartet.