29. August, 2026

Wirtschaft

IG Metall Bayern fordert sieben Prozent mehr Lohn: Tarifverhandlungen starten im September

IG Metall Bayern fordert sieben Prozent mehr Lohn: Tarifverhandlungen starten im September

In einem ambitionierten Schritt strebt die IG Metall Bayern eine Lohnerhöhung um sieben Prozent für rund 600.000 Beschäftigte in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie an. Die Gewerkschaft fordert darüber hinaus eine Anpassung für die unteren Entgeltgruppen und eine zusätzliche Vergütung von 170 Euro für Auszubildende.

Diese Forderungen orientieren sich an der Empfehlung des Bundesvorstands der IG Metall und sollen eine Vertragslaufzeit von zwölf Monaten umfassen. IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott betonte, dass der steigende Lebenshaltungskostenindex eine Erhöhung in dieser Größenordnung rechtfertige und die wirtschaftliche Lage der Betriebe dies ermögliche, trotz der bestehenden Heterogenität.

Die Verhandlungen beginnen am 11. September in München, während die bestehenden Tarifverträge bundesweit zum 30. September auslaufen. Ab dem 29. Oktober könnten Warnstreiks ins Auge gefasst werden, falls keine Einigung erzielt wird. Die Verhandlungstaktik sieht oft einen Pilotbezirk vor, der als Vorbild für andere Regionen fungiert.

Der Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm) wies die Forderungen hingegen als realitätsfern zurück. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt argumentierte, dass die Produktion um zehn Prozentpunkte unter dem Vorkrisenniveau von 2018 liege und der Auftragseingang im ersten Quartal 17 Prozent niedriger sei als im Vorjahr. Eine solche Lohnforderung sei inmitten einer Rezession unverständlich, zumal die IG Metall selbst vor einer De-Industrialisierung warnt.

Laut einer Umfrage der IG Metall wünschen sich 80 Prozent der befragten 66.000 Beschäftigten in Bayern mehr Flexibilität bei der Wahl zwischen Zeit und Geld. Für 86 Prozent ist mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit von großer Bedeutung, während 70 Prozent eine deutliche Lohnerhöhung als besonders wichtig empfinden.

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie beschäftigt insgesamt 873.000 Menschen, wovon 473.000 unter den Flächentarifvertrag fallen und weitere 130.000 sich daran orientieren. Bundesweit arbeiten 3,9 Millionen Menschen in der Branche, und die Forderung nach sieben Prozent mehr Lohn wurde in allen Tarifbezirken der IG Metall beschlossen.