28. August, 2026

Wirtschaft

Hoffnung auf Zinssenkungen dank niedrigerer Teuerung in den USA

Hoffnung auf Zinssenkungen dank niedrigerer Teuerung in den USA

Die Inflation in den USA hat sich im Juni spürbar abgekühlt und weckt die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen. Wie das US-Arbeitsministerium bekannt gab, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,0 Prozent, nachdem sie im Mai noch bei 3,3 Prozent gelegen hatten. Analysten hatten zwar ebenfalls eine Abschwächung erwartet, jedoch eine geringfügig höhere Rate von 3,1 Prozent prognostiziert.

Im Monatsvergleich gingen die Lebenshaltungskosten sogar leicht zurück, mit einem Rückgang von 0,1 Prozent gegenüber einer erwarteten Zunahme von 0,1 Prozent. Die Benzinpreise verzeichneten einen deutlichen Rückgang von 3,8 Prozent, während die Mietkosten weiter anstiegen. Insgesamt wurde Energie günstiger, während die Preise für Nahrungsmittel geringfügig stiegen.

Elmar Völker, Ökonom bei der Landesbank Baden-Württemberg, sprach von einem "positiven Paukenschlag" für die Finanzmärkte. Die Preisentwicklung sei durchweg niedriger ausgefallen als erwartet. „Der unterliegende Preisdruck war im Juni so gering wie zuletzt im April 2021,“ kommentierte Völker erfreut. Besonders deutlich sei der Rückgang der Teuerung im Dienstleistungssektor.

Die Kerninflationsrate, welche Energie und Nahrungsmittel ausschließt, fiel von 3,4 Prozent im Mai auf 3,3 Prozent im Juni. Auf Monatsbasis stiegen die Kernverbraucherpreise leicht um 0,1 Prozent, ebenfalls 0,1 Prozentpunkte unter den Erwartungen. Fachleute betrachten die Kernrate als aussagekräftigeren Indikator für den allgemeinen Preistrend, was auch die US-Notenbank Fed besonders im Auge behält.

„Die Federal Reserve steht damit zwar noch nicht Gewehr bei Fuß, um ihren Leitzins bereits am 31. Juli zu senken,“ meinte Völker. Dennoch sei der Weg für eine Zinswende bei der September-Sitzung bereitet. Die Fed steuert seit Längerem auf eine Lockerung ihrer straffen Geldpolitik zu, zögert jedoch aufgrund der beharrlichen Inflation. Notenbankchef Jerome Powell hatte bei einem öffentlichen Auftritt in dieser Woche erneut keine konkreten Hinweise auf rasche Zinssenkungen gegeben.

An den Finanzmärkten geriet der US-Dollar nach den neuen Daten erheblich unter Druck. Der Dollar-Index, der die US-Währung im Verhältnis zu anderen wichtigen Währungen misst, fiel auf den tiefsten Stand seit einem Monat. Auch am US-Anleihemarkt nahmen die Renditen deutlich ab, was als Zeichen für die wachsende Erwartung von Zinssenkungen durch die Fed gewertet wird.