20. August, 2026

Wirtschaft

Heftige Proteste in Buenos Aires gegen umstrittenes Reformpaket

Heftige Proteste in Buenos Aires gegen umstrittenes Reformpaket

In Buenos Aires brachen am Mittwoch vor dem Kongressgebäude heftige Krawalle aus, während im Senat über ein von der ultraliberalen Regierung initiiertes Reformpaket diskutiert wurde. Vermummte Demonstranten griffen die Polizei mit Steinen und Brandsätzen an, woraufhin die Beamten mit Schlagstöcken und Tränengas reagierten. Die Eskalation mündete in der Festnahme von rund 20 Personen und brennenden Autos im Zentrum der argentinischen Hauptstadt.

Gleichzeitig debattierten die Senatoren über ein umfassendes Reformpaket, das von Präsident Javier Milei eingebracht wurde. Die Gesetzesinitiative zielt unter anderem auf die Privatisierung staatlicher Unternehmen, Steuererleichterungen für Großinvestoren sowie tiefgreifende Arbeitsmarkt- und Steuerreformen ab. Trotz einer erheblichen Kürzung des Maßnahmenkatalogs, um eine parlamentarische Mehrheit zu sichern, stieß das Paket auf erheblichen Widerstand. Insbesondere soziale Bewegungen und die linke Opposition kritisieren die Vorschläge als neoliberal und unsozial.

Argentinien befindet sich mitten in einer schweren Wirtschaftskrise. Das Land verzeichnet eine Inflation von fast 290 Prozent, eine der höchsten Raten weltweit. Die Wirtschaft leidet unter einer ineffizienten Bürokratie, niedriger industrieller Produktivität und einer ausgeprägten Schattenwirtschaft, die erhebliche Steuereinnahmen schmälert. Präsident Milei verfolgt mit seinem rigorosen Sparprogramm das Ziel, Argentinien wieder wirtschaftlich zu stabilisieren. Dies beinhaltet den Abbau von Tausenden Stellen im öffentlichen Dienst, die Kürzung von Subventionen und die Einstellung von Sozialprogrammen. Laut der Katholischen Universität Argentiniens leben fast 56 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, davon rund 18 Prozent in extremer Armut.