28. August, 2026

Wirtschaft

Hafen-Kooperation sticht in erste Runde der Bürgerschaft: Hamburg und MSC vor Deal

Hafen-Kooperation sticht in erste Runde der Bürgerschaft: Hamburg und MSC vor Deal

Die Hamburgische Bürgerschaft hat in erster Lesung dem umstrittenen Einstieg der weltgrößten Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) beim Hafenlogistiker HHLA zugestimmt. Mit 71 von 105 abgegebenen Stimmen setzte sich der rot-grüne Senat durch und brachte den geplanten Deal in der letzten Sitzung vor der Sommerpause weiter voran. Trotz der anhaltenden Opposition von CDU, Linken und AfD wird die zweite und endgültige Abstimmung am 4. September erwartet – ohne Zweifel an einem positiven Ergebnis dank der Zweidrittelmehrheit des rot-grünen Bündnisses.

Der Plan, MSC an der HHLA zu beteiligen, zielt darauf ab, den Containerumschlag im Hamburger Hafen zu stabilisieren. Gemäß dem Vertrag soll die Stadt 50,1 Prozent und MSC 49,9 Prozent der Anteile halten. Bislang besaß die Stadt etwa 70 Prozent der HHLA-Anteile, während der Rest in Streubesitz war. MSC verpflichtet sich, das Ladungsaufkommen an den HHLA-Terminals ab dem kommenden Jahr zu erhöhen und bis 2031 eine Million Standardcontainer pro Jahr umzuschlagen. Zusätzlich plant MSC den Bau einer neuen Deutschlandzentrale in der Hafencity. Gemeinsam wollen MSC und die Stadt das Eigenkapital der HHLA um 450 Millionen Euro erhöhen.

Trotz der Zustimmung gibt es erheblichen Widerstand gegen den Deal. Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter haben mehrfach demonstriert und sogar spontane Streiks organisiert. Betriebsräte, die Gewerkschaft Verdi und verschiedene Sachverständige hatten in Expertenanhörungen und während einer öffentlichen Anhörung der Hamburgischen Bürgerschaft eindringlich vor einem möglichen "historischen Fehler" gewarnt.