28. August, 2026

Wirtschaft

Fusion im Luxus-Einzelhandel: Saks Fifth Avenue übernimmt Neiman Marcus

Fusion im Luxus-Einzelhandel: Saks Fifth Avenue übernimmt Neiman Marcus

Der Mutterkonzern von Saks Fifth Avenue steht kurz vor dem Abschluss eines 2,65 Milliarden Dollar schweren Deals zur Übernahme seines Luxus-Konkurrenten Neiman Marcus. Hinter dieser Transaktion stehen keine Geringeren als die Technologiegiganten Amazon und Salesforce. Laut zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen haben diese Unternehmen zugesagt, Minderheitsbeteiligungen an dem neu geformten Unternehmen zu erwerben.

Nach monatelangen komplexen Verhandlungen wird der Zusammenschluss zwei der führenden Akteure im Luxus-Einzelhandel unter einem Dach vereinen und ihnen möglicherweise einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch andere Luxusgiganten wie LVMH, das Marken wie Dior und Louis Vuitton besitzt und zunehmend direkt an die Verbraucher verkauft, könnte dieser Schritt dringend benötigte Stabilität bringen.

Amazon und Salesforce schlagen mit ihren Minderheitsbeteiligungen einen unerwarteten Weg in die Luxusbranche ein. Marc Metrick, der Leiter des E-Commerce-Geschäfts von Saks, wird das neue Unternehmen als CEO führen.

Diese Fusion erfolgt zu einer Zeit, in der Luxuskaufhäuser mit einem Rückgang ihrer Marktanteile konfrontiert sind. Das herkömmliche Geschäftsmodell, das auf persönlichen Verkäufen in physischen Geschäften beruht, wird durch die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten auf Unternehmenswebsites, eigenen Storefronts oder E-Retailern zunehmend herausgefordert.

Die finanzielle Belastung hat in der Vergangenheit bereits mehrere Marken in die Insolvenz getrieben: Neiman Marcus meldete während der Pandemie Insolvenz an, ebenso wie Lord & Taylor. Über einen Zusammenschluss von Saks' Muttergesellschaft HBC, die auch das kanadische Kaufhaus Hudson's Bay betreibt, wurde bereits spekuliert, seit Neiman Marcus Ende 2020 aus der Insolvenz hervorgegangen ist.

Das neue Unternehmen, das unter dem Namen Saks Global firmieren wird, wird mit etwa 75 Hauptgeschäften zum größten Anbieter von Luxuswarenhäusern werden. Trotz dieser Größe wird das neue Unternehmen einem harten Wettbewerb ausgesetzt sein, da Kunden zunehmend direkt bei den Marken kaufen: LVMH hat eine Marktkapitalisierung von etwa 384 Milliarden Dollar erreicht.

HBC, das Saks vor mehr als zehn Jahren gekauft hat, finanziert den Deal mit einer Zwei-Milliarden-Dollar-Kreditlinie. Apollo Global Management stellt zusätzlich 1,15 Milliarden Dollar an Schulden zur Verfügung. Erst berichtet wurde der Deal vom Wall Street Journal.