28. August, 2026

Wirtschaft

Frauenanteil in kommunalen Führungspositionen leicht gestiegen

Frauenanteil in kommunalen Führungspositionen leicht gestiegen

Die Präsenz von Frauen in den Führungsetagen kommunaler Unternehmen hat einer aktuellen Studie der Zeppelin-Universität Friedrichshafen zufolge einen leichten Anstieg erfahren. Im April lag der Anteil weiblicher Führungskräfte bei 22,1 Prozent, was im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 0,6 Prozentpunkten darstellt.

Trotz dieses Fortschritts bleibt der Frauenanteil in kommunalen Management-Positionen deutlich hinter dem politischen Ziel der geschlechterparitätischen Besetzung sowie den Standards der Dax-40-Unternehmen zurück, wie der Studienleiter Ulf Papenfuß betont. Kommunale Firmen wie Pflegeheime, Museen, Krankenhäuser, Nahverkehrsbetriebe und Stadtwerke weisen hierbei weiterhin Defizite auf.

Zum Vergleich: In den Vorständen der 40 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland lag der Frauenanteil laut Allbright Stiftung zum Stichtag 1. September 2023 bei 23,2 Prozent. Dieses höhere Niveau ist vor allem auf gesetzliche Vorschriften zurückzuführen. Unternehmen mit über 2000 Mitarbeitern und mehr als drei Vorstandsmitgliedern sind gesetzlich verpflichtet, mindestens eine Frau im Vorstand zu haben.

Bundeseigene Unternehmen unterliegen noch strengeren Vorgaben: Hier muss bei mehr als zwei Geschäftsführern mindestens eine der Positionen von einer Frau eingenommen werden. Papenfuß schlägt daher vor, dass sich auch kommunale Unternehmen an diesen Regelungen orientieren sollten, um den Frauenanteil weiter zu erhöhen.

Die Studie untersuchte deutschlandweit 1.420 kommunale Unternehmen in 69 Städten. Diese Städte wurden anhand ihrer Bevölkerungszahl, einschließlich Stadtstaaten und Landeshauptstädten, sowie vier der größten Städte jedes Bundeslandes ausgewählt. Insgesamt wurden 2087 Posten in Führungsetagen untersucht, wovon 461 von Frauen besetzt waren.

Im selben Zeitraum wurden 244 Top-Positionen in kommunalen Unternehmen neu besetzt, wobei Frauen 27,9 Prozent der Besetzungen ausmachten, was einen Anstieg von 6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Stadt Hannover erzielte den höchsten Frauenanteil mit 50,0 Prozent in Führungspostionen, gefolgt von Weimar mit 44,4 Prozent und Jena mit 42,1 Prozent.

Von gravierenden Entwicklungsunterschieden spricht Papenfuß, insbesondere da mehr als die Hälfte der Städte mit mindestens 30 Prozent Frauenanteil in Ostdeutschland liegen. Bemerkenswert ist auch, dass in einigen Städten wie Ingolstadt, Osnabrück, Neunkirchen, St. Ingbert und Völklingen keine Frauen in Führungspositionen zu finden sind. Dies ist teilweise auf die geringere Anzahl der dort ansässigen kommunalen Unternehmen zurückzuführen.

Herauszuheben ist, dass es auch kleinere Städte wie Regensburg und Weimar geschafft haben, trotz vergleichbar kleiner Unternehmensportfolien, höhere Frauenanteile in Führungspostionen zu erzielen.