01. September, 2026

Wirtschaft

Fortgeschrittene Verhandlungen: Lufthansa bietet im Übernahmepoker um Ita Airways Lösungen an

Fortgeschrittene Verhandlungen: Lufthansa bietet im Übernahmepoker um Ita Airways Lösungen an

Im Bestreben, sich einen Anteil an der italienischen Fluggesellschaft Ita Airways zu sichern, zeigt sich die Deutsche Lufthansa AG kompromissbereit gegenüber der EU-Kommission. Die Airline gab zu verstehen, dass man sich im Dialog mit der Kommission befindet und zusätzliche Maßnahmen vorgeschlagen hat, um eventuelle wettbewerbsrechtliche Sorgen zu zerstreuen. Eine Sprecherin der Kommission bestätigte das Einreichen dieser Zusagen und betonte, dass diese gegenwärtig einer gründlichen Prüfung unterzogen werden.

Die Lufthansa wiederum spricht von einer weitreichenden, produktiven Verhandlungslösung, die die Vorbehalte der EU-Behörde hinsichtlich bestimmter Flugrouten, vor allem im Umfeld des Mailänder Flughafens Linate, adressieren soll. Diese Lösungsvorschläge seien auch im Einklang mit den wirtschaftlichen Verhältnissen auf dem hart umkämpften Flugmarkt in Italien zu sehen.

Zu spezifischen Punkten dieser Verhandlungen haben sich weder die Lufthansa noch die EU-Kommission weiterführend geäußert. Gleichwohl verbleibt die Fluglinie bei ihrer optimistischen Einschätzung, die Genehmigung für ihr Engagement bei Ita Airways zu erlangen und die Nachfolgegesellschaft der ehemaligen Staatsairline Alitalia in den eigenen Unternehmensverbund einzugliedern.

Noch vor wenigen Wochen bestanden seitens der EU-Wettbewerbshüter erhebliche Vorbehalte gegen den geplanten Deal. Die Behörde äußerte die Befürchtung, dass durch das Vorhaben der Wettbewerb auf gewissen Strecken innerhalb Italiens und bei internationalen Flügen eingeschränkt werden könnte, was für die Fluggäste in Form von höheren Preisen oder einer reduzierten Dienstleistungsqualität spürbar werden könnte.

Schon früher hatte die Lufthansa in dem kartellrechtlichen Verfahren Kompromisse angeboten, ohne diese jedoch konkret zu umreißen. Hinzukommt, dass der Konzern bereits eine Methode für zusätzliche Zugeständnisse entwickelt hatte, um etwaige Bedenken zu besänftigen.

Lange Gespräche mündeten im Mai in einer Einigung des Unternehmens mit der italienischen Regierung, wonach ein 41-prozentiger Anteil an Ita Airways erworben werden soll. Für diese Beteiligung sollen 325 Millionen Euro aus Lufthansa-Barmitteln an Ita Airways transferiert werden. Weiterhin sieht der Deal vor, dass ab dem Jahr 2025 die Lufthansa die Option hat, unter festgelegten Konditionen zusätzliche 49 Prozent der Anteile zu übernehmen und in der Zukunft auch die restlichen 10 Prozent.