28. August, 2026

Wirtschaft

Forderung nach Erhöhung humanitärer und entwicklungsbezogener Haushaltsmittel

Forderung nach Erhöhung humanitärer und entwicklungsbezogener Haushaltsmittel

Die humanitäre Organisation Caritas international hat die Bundesregierung eindringlich vor geplanten Kürzungen im Bereich der humanitären Hilfe und Entwicklungshilfe gewarnt. Oliver Müller, der Leiter von Caritas international, kritisierte die geplante Reduzierung der finanziellen Mittel als ein völlig falsches Signal angesichts der zunehmenden Zahl globaler Krisen und Konflikte. Insbesondere das Kürzungsvolumen, das durch den Haushalt der aktuellen Ampelkoalition festgelegt wurde, sei erheblich.

Seit 2022 sind die staatlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Unterstützung bereits um mehr als zwanzig Prozent gesenkt worden. Falls der aktuelle Finanzplan von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) umgesetzt wird, könnten bis 2025 weitere Kürzungen in Höhe von mindestens 1,6 Milliarden Euro folgen. In der kommenden Woche soll das Kabinett über den Haushalt beraten.

Für das Jahr 2024 wird dem Entwicklungsministerium ein Budget von rund 11,2 Milliarden Euro zugewiesen, was etwa 2,35 Prozent des gesamten Bundeshaushalts entspricht. Vor einem Jahrzehnt lag der Etat des Ministeriums noch bei ca. 6,4 Milliarden Euro. Ende Juni hatten auch die Hilfsorganisationen Welthungerhilfe und terre des hommes vor den geplanten Kürzungen im Etat des Entwicklungsministeriums gewarnt.

Im Vorjahr hat Caritas international mit 110 Millionen Euro insgesamt 7,4 Millionen bedürftige Menschen weltweit unterstützt. Diese Mittel kamen unter anderem in der Ukraine im Zuge des russischen Angriffskrieges und im Gazastreifen während des Gaza-Krieges zum Einsatz. Seit Beginn des Gaza-Krieges sind dort drei Mitarbeiter von Caritas ums Leben gekommen.

Von den generierten Mitteln stammten nach Angaben von Caritas allein 65 Millionen Euro von etwa 230.000 Spenderinnen und Spendern. Der Rest setzte sich aus Stiftungsgeldern sowie Zuwendungen der Bundesregierung und der Europäischen Union zusammen. Die Summe von 110 Millionen Euro ist die zweithöchste jemals von Caritas ausgegebene Summe, nur im Jahr 2022 war sie höher. Eva-Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, betonte die anhaltende Solidarität trotz wirtschaftlicher Herausforderungen und wachsenden politischen Spannungen. Dank der Spenden sei Caritas in der Lage, weltweit 663 Projekte in 75 Ländern zu unterstützen.