Die Wellen des Arbeitskampfes erreichen erneut die mittleren Breiten Deutschlands: Von dem jüngsten Warnstreik der Lufthansa-Bodencrew sind diesmal auch die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt werden in der sächsischen Landeshauptstadt 14 Flüge strichweise von der Tagesordnung genommen, darunter Linien sowohl in Richtung München als auch Frankfurt. Ihr Pendant in Leipzig/Halle muss mit einer Delle von 12 Flugannullierungen zurechtkommen.
Die Plejade der Protestaktionen – wir erleben bereits die fünfte Auflage – wird von der Gewerkschaft Verdi angeführt, die dabei das gesamte Bodenpersonal für einen demonstrativen Ausstand versammelt hat. Der Streik ist auf einen Zeitraum vom frühen Donnerstagmorgen bis zum darauf folgenden Samstag terminiert und zielt darauf ab, insbesondere die Servicebereiche rund um den Passagierverkehr zu erfassen.
Das Innovationsfördernde an dieser Konfliktepoche ist der durch die Gewerkschaft formulierte Forderungskatalog. Verdi pocht auf eine satte Gehaltserhöhung von 12,5 Prozent für die nächste Laufzeit von zwölf Monaten und strebt zudem eine Prämie an, die als Kompensation für inflationsbedingte Kaufkraftverluste gedacht ist. Auch die für Sicherheit am Himmel sorgende Fraktion, die Luftsicherheitsleute, segelt unter der Flagge von Verdis Tarifsegel und hat bereits eine eigene Runde im Warnstreikkarussell gedreht.