31. August, 2026

Wirtschaft

Finanzakrobatik bei Asda erhöht unsichtbare Verbindlichkeiten um 1,5 Milliarden Pfund

Finanzakrobatik bei Asda erhöht unsichtbare Verbindlichkeiten um 1,5 Milliarden Pfund

Die Besitzer der britischen Supermarktkette Asda, TDR Capital und die Milliardäre Issa-Brüder, haben im Rahmen ihrer Finanzstrategien fast 1,5 Milliarden Pfund an Verbindlichkeiten geschaffen, die nicht in den offiziellen Verschuldungszahlen des Unternehmens auftauchen. Dies erfolgte im Zuge der Finanzierung der Übernahme der britischen und irischen Aktivitäten der EG Group, eines ebenfalls zu ihrem Eigentum zählenden Tankstellenbetreibers. Obwohl der Kauf mit einem Wert von 2 Milliarden Pfund von Asda als "leverage neutral", also nicht verschuldungserhöhend, beschrieben wurde, enthüllen Begleitdokumente zu einer neuen Anleiheemission, dass zusätzliche Verpflichtungen entstanden, die nicht zum offiziellen Schuldenstand von 4,84 Milliarden Pfund zählen.

Im Einzelnen handelt es sich um 646 Millionen Pfund aus Immobilienverkäufen und einem anschließenden Leasing dieser Objekte, 400 Millionen Pfund aus der Beleihung von Erbbauzinsen und weitere 401 Millionen Pfund aus einem Aktionärsdarlehen, das aus einem vorherigen Immobiliengeschäft gespeist wurde. Darüber hinaus wurde im vergangenen Jahr ein Darlehen über 684 Millionen Pfund von der Privatkapitalfirma Apollo aufgenommen, das allerdings die offiziellen Verschuldungszahlen von Asda beeinflusst.

Diese Manöver spiegeln die komplexen Finanzierungsstrategien wider, die TDR und die Issa-Brüder zum Aufbau ihres Einzelhandels- und Tankstellengeschäfts seit dem Kauf von Asda im Jahr 2021 genutzt haben. In der Vergangenheit wurden diese Methoden sogar parlamentarisch hinterfragt, da sie unter anderem Intercompany-Darlehen umfassten, um Eigenkapitalbeiträge zu minimieren, sowie Kredite von der EG Group zur Finanzierung privater Düsenjets.

Die Finanztransaktionen haben allerdings auch die jährlichen Zinskosten für Asda nach oben getrieben – von 317 Millionen Pfund im Jahr 2021 auf 429 Millionen Pfund im Jahr 2023. Kreditanalysten prognostizieren, dass die jährliche Belastung durch Schulden und Mietzahlungen auf 530 Millionen Pfund ansteigen könnte. Kritisiert wird dabei die unübersichtliche Darstellung der Leasingverbindlichkeiten im Finanzbericht.

In seinem letzten Jahr unter dem Vorbesitzer Walmart hatte Asda keine externen Zinszahlungen und lediglich 67 Millionen Pfund an jährlichen Mietzahlungen zu verbuchen, wie aus Anleihedokumenten hervorgeht. Walmart entnahm allerdings im Laufe seiner rund 20-jährigen Besitzzeit hohe Dividenden aus dem Unternehmen.

Asda verweist darauf, dass die Struktur des EG-Geschäfts den Finanzstakeholdern zum Zeitpunkt der Transaktion klar kommuniziert wurde, und betont, dass die Finanzberichterstattung "sehr konsequent" sei und einer Rechnungslegungspraxis folge, die Miet- und Erbbaurechtzahlungen von den Einkünften abzieht.

Auch die erste Finanzierung von 400 Millionen Pfund mittels Erbbauzinsen mit der australischen Macquarie ist neu für Asda – bisher hatte man sich auf Verkauf und Rückmietung von Lagerhäusern konzentriert. Darüber hinaus wird im Prospekt zur Anleihenemission bestätigt, dass die von TDR und den Issa-Brüdern als Eigenkapital für den EG-Deal angegebenen 401 Millionen Pfund tatsächlich ein Darlehen waren.

Zusätzlich hat Asda verstärkt Finanzierung durch Lieferkettenfinanzierung genutzt – eine Methode, die aufgrund ihrer ähnlichkeit mit Verschuldung, ohne als solche klassifiziert zu werden, kritische Aufmerksamkeit erregt hat. Die Verbindlichkeiten hieraus stiegen von 324 Millionen Pfund im Jahr 2021 auf 426 Millionen Pfund im Jahr 2023.

Am Donnerstag nahm das Unternehmen Anleihen in Höhe von 2,85 Milliarden Pfund auf, um Verbindlichkeiten aus dem Buyout von 2021 umzustrukturieren. Dies führt zu einer Verringerung der Gesamtverschuldung um 340 Millionen Pfund und resultierte in einem höheren Kreditrating durch Moody's und Fitch nach Spekulationen über Differenzen zwischen den Issa-Brüdern und medialer Durchleuchtung ihres Privatlebens.

In den Anleiheunterlagen findet sich zudem der Hinweis auf "aktive Diskussionen bezüglich eines möglichen Ausscheidens von Zuber Issa als Anteilseigner" von Asda. Eine Vereinbarung zwischen den Brüdern und TDR würde dabei sicherstellen, dass Aktien zunächst dem anderen Gesellschafter angeboten werden müssen, bevor sie Dritten zum Verkauf angeboten werden.