29. August, 2026

Wirtschaft

Fallende Immobilienpreise und sinkende Baugenehmigungen: Deutsche Baubranche unter Druck

Fallende Immobilienpreise und sinkende Baugenehmigungen: Deutsche Baubranche unter Druck

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland haben zu Beginn des laufenden Jahres einen weiteren Rückgang erlebt. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden meldete, dass Wohnimmobilien im ersten Quartal 2024 im bundesweiten Durchschnitt 5,7 Prozent günstiger waren als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gegenüber dem Jahresende 2023 sanken die Preise zwischen Januar und März im Schnitt um 1,1 Prozent. Dieser Trend zeigte sich sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten. Besonders stark waren die Preisrückgänge bei Ein- und Zweifamilienhäusern in den Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf, wo diese Immobilien durchschnittlich 9,5 Prozent günstiger wurden. Eigentumswohnungen in diesen Städten verbilligten sich um durchschnittlich 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. In den ländlichen Kreisen fielen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um durchschnittlich 6,7 Prozent und für Eigentumswohnungen um 2,4 Prozent. Der Immobilienmarkt befindet sich seit Mitte 2022 in einer Abwärtsbewegung, nachdem zuvor ein jahrelanger Boom zu beobachten war. Die Ursache liegt vor allem in den stark gestiegenen Zinsen, die die Kosten für Kredite in die Höhe getrieben haben. Dies hat sowohl Privatkäufer als auch Großanleger abgeschreckt. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere in den Städten, hoch. Der Neubau kommt jedoch aufgrund des Zinsanstiegs und gestiegener Baukosten zum Erliegen. Im April sank die Zahl der Baugenehmigungen für den Neu- und Umbau von Wohnungen merklich unter das Vorjahresniveau. Die Wiesbadener Statistiker verzeichneten 14.300 Genehmigungen für Neubauten, was einem Rückgang von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Einschließlich der Umbauten wurden insgesamt 17.600 Baugenehmigungen erteilt, ebenfalls ein Minus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Angesichts des akuten Wohnungsmangels, besonders in den Ballungsgebieten, fordern Verbände der Bau- und Immobilienbranche verstärkte staatliche Förderung.