08. August, 2026

Wirtschaft

Fachkräftesituation in Deutschland bleibt angespannt

Fachkräftesituation in Deutschland bleibt angespannt

Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist im September zwar gesunken, bleibt jedoch auf einem hohen Niveau. Laut einer Untersuchung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gab es im September durchschnittlich gut 510.000 offene Stellen. Obwohl dies im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 13 Prozent bedeutet, bleibt die Fachkräftelücke bestehen.

Über 40 Prozent der Stellen konnten nicht mit passend qualifiziertem Personal besetzt werden. Experten führen den leichten Rückgang der offenen Stellen auf die schwierige wirtschaftliche Lage zurück. Dennoch gibt es in einigen Branchen einen starken Bedarf an Fachkräften. Insbesondere in der regenerativen Energietechnik ist die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 190 Prozent gestiegen. Auch andere Berufe, die für die Energiewende wichtig sind, verzeichnen einen deutlichen Zuwachs an Stellen. Valeria Quispe, Autorin der Studie, warnt jedoch: "Die steigende Fachkräftelücke in diesen Berufen kann das Erreichen der Klimaziele gefährden."

Besonders angespannt ist die Personalsituation in den Bereichen "Überwachung und Steuerung des Eisenbahnverkehrsbetriebs" sowie "Gebäudetechnik". In beiden Bereichen gibt es pro 100 Stellen nur elf qualifizierte Arbeitslose. Die Nachfrage nach Fachkräften variiert jedoch stark je nach Berufsgruppe. Ein besonders deutlicher Rückgang der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr ist im Bereich "Sprach-, Literatur-, Geistes-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medien, Kunst, Kultur und Gestaltung" zu verzeichnen (-13,9 Prozent).

Obwohl die Zahl der offenen Stellen gesunken ist, ist die Zahl der qualifizierten Arbeitslosen im September auf über eine Million gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Valeria Quispe, Expertin des Kofa, betont, dass es lohnenswert wäre, sich auch auf An- und Ungelernte zu konzentrieren. Durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen könnten sie zumindest teilweise zu qualifizierten Fachkräften ausgebildet werden.