28. August, 2026

Wirtschaft

Fachkräftemangel: Deutsche Unternehmen weiter stark betroffen

Fachkräftemangel: Deutsche Unternehmen weiter stark betroffen

Die anhaltende Schwäche der Konjunktur in Deutschland hat kaum Einfluss auf den Fachkräftemangel, der viele Unternehmen belastet. Das neue Fachkräftebarometer, erstellt von der staatlichen Förderbank KfW in Zusammenarbeit mit dem Ifo-Institut, zeigt, dass über ein Drittel der Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit durch den Mangel an geeignetem Personal behindert sehen. Im Sommer 2024 lag die Quote bei 35 Prozent, nur ein Prozentpunkt weniger als im Januar desselben Jahres. Vor zwei Jahren betrug sie jedoch noch 55 Prozent.

Besonders stark betroffen ist der Dienstleistungssektor. Dort gaben 42 Prozent der befragten Unternehmen an, vom Fachkräftemangel negativ beeinflusst zu sein. In Rechtsanwaltskanzleien, Steuerberater- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ist die Situation besonders prekär: 71 Prozent der Unternehmen in diesem Bereich sehen ihre Tätigkeit beeinträchtigt.

Für das Fachkräftebarometer werden einmal pro Quartal 9.000 Unternehmen in Deutschland befragt, darunter rund 7.500 Mittelständler. In der Industrie hingegen fühlen sich nur noch 25 Prozent der Betriebe beeinträchtigt, weshalb der Sektor weniger betroffen scheint als die Dienstleister – jedoch immer noch dreimal so hoch wie im langjährigen Durchschnitt. Im Handel liegt die Quote im Sommer bei 28 Prozent, am Bau bei 27 Prozent. Kleinere Unternehmen sind durchschnittlich weniger betroffen als Großbetriebe, und das Problem ist im Westen weniger stark ausgeprägt als im Osten.

Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW, betont, dass sich der Mangel an Fachkräften mit dem erwarteten Konjunkturaufschwung wieder verschärfen könnte. Der Erfolg von Gegenmaßnahmen hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel Anreizen für eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren, der Anwerbung und Integration qualifizierter Zuwandernder sowie der bedarfsgerechten Qualifizierung und Umschulung von Arbeitnehmern. Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität, etwa durch stärkere Digitalisierung, spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.