18. Juni, 2026

Wirtschaft

Exodus aus England: Binnenmigration erreicht Rekordhöhe

Exodus aus England: Binnenmigration erreicht Rekordhöhe

Immer mehr Briten kehren England den Rücken und ziehen in die preiswerteren Regionen Schottlands und Wales', um den steigenden Lebenshaltungskosten zu entkommen. Wie aktuelle Zahlen des Office for National Statistics (ONS) zeigen, stieg die Nettoabwanderung aus England in den Rest des Vereinigten Königreichs um 53 Prozent auf 31.393 Personen im Jahr bis Juni 2023. Während die Pandemiezeit mit Rekordzahlen an Auswanderungen nach Schottland, Wales und Nordirland einen vorläufigen Höhepunkt markierte, übertrifft die aktuelle Zahlenlage sogar die Werte vor der Pandemie um 70 Prozent. Besonders Wales verzeichnete mit einem Anstieg der Binnenmigration um 65 Prozent auf 17.559 den höchsten Stand seit mindestens 2014-15, als noch ein Abfluss in der Wanderungsbilanz verzeichnet wurde. Auch Schottland bleibt ein beliebtes Ziel: Die Nettozuwanderung stieg um 11 Prozent auf ein 21-Jahres-Hoch von 13.900 Personen – 39 Prozent höher als vor der Pandemie. Diese Tendenz verdeutlicht eine verstärkte Reaktion auf die jüngste Teuerungswelle im Vereinigten Königreich, obwohl internationale Migration eine Zunahme der Gesamtbevölkerung um 1 Prozent nach sich zog. Inmitten von Inflation und steigenden Mieten suchten viele Menschen nach bezahlbarem Wohnraum. Experten wie Aneisha Beveridge von Hamptons und Cameron Ewer von Savills zufolge bestehen beim Immobilienwert signifikante Unterschiede zwischen den Regionen, was den Wechsel für viele attraktiv macht. Während der durchschnittliche Kaufpreis eines Hauses in England bei 306.000 Pfund liegt, sind vergleichbare Objekte in Schottland und Wales deutlich erschwinglicher. Ebenso ist die monatliche Miete in London erheblich teurer als etwa in Edinburgh. Interessanterweise hat die Einführung der Mehrwertsteuer auf Privatschulgebühren durch die Labour Party einige wohlhabende Familien dazu bewegt, nach Schottland umzuziehen, um die Lebenshaltungskosten insgesamt zu senken. Der Trend zur Binnenmigration bleibt trotz starker steuerpolitischer Maßnahmen der SNP ungebrochen. Laut David Phillips vom Institute for Fiscal Studies hat die Pandemie Veränderungen in den Wohnvorlieben angestoßen, die bis heute nachwirken.